
Bildnachweis: © BioM / Michael Woelke, BioM.
Mehr als 100 Teilnehmende aus Wissenschaft, Industrie, Gesundheitswesen und Politik kamen am Montag, 13. April 2026, in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften zusammen, um über eine bessere Vorbereitung auf Pandemien und gesundheitliche Krisen zu disktuieren – eingeladen hatten die Pandemic Alliance Munich (PAM) und BioM.
Das Event machte eins offensichtlich: Eine effektive Vorbereitung auf Infektionsereignisse gelingt nur durch das Zusammenspiel von Prävention, Surveillance und schneller Reaktionsfähigkeit. Hierbei nimmt Bayern mit seiner starken Forschungslandschaft und gezielten Initiativen eine zentrale Rolle in der Weiterentwicklung innovativer Gesundheitslösungen ein. Nationale Expertinnen und Experten, darunter von Roche, dem Robert Koch-Institut, der Bundeswehr, Fraunhofer, Helmholtz Munich, beiden Münchener Universitäten sowie weiteren Schlüsselorganisationen im Bereich Infektionsforschung und Gesundheitsinnovation, waren zu Gast. Im Mittelpunkt standen aktuelle europäische und nationale Strategien zur Pandemieprävention sowie die Rolle regionaler Initiativen. Die Veranstaltung stellte insbesondere zentrale bayerische Projekte wie die Pandemic Alliance Munich (PAM), das Bayerische Zentrum für präventive Infektionsmedizin (BZI), das Bayerische Kompetenzzentrum für Gesundheitsschutz im Klimawandel und die Bavarian Health Cloud (BHC) in den Fokus. Diese Initiativen zeigen exemplarisch, wie Bayern seine Stärken in Forschung, translationaler Medizin und Digitalisierung im Gesundheitsbereich bündelt.
Bayerns Gesundheits- und Präventionsministerin hält Eröffnungsrede
Bayerns Gesundheits- und Präventionsministerin Judith Gerlach eröffnete die Veranstaltung mit einer politischen Einordnung zur Bedeutung einer vorausschauenden Gesundheitsvorsorge. Sie mahnte in ihrer Opening Note: „Know your people before a crisis strikes“. Der Gesundheitsbereich spielt bei Krisen eine entscheidende Rolle, weshalb sie weiter klarstellte: „Wir müssen das Gesundheitswesen so aufstellen, dass es auch in Notlagen funktioniert. Das geht nur gemeinsam. Bayern geht hier voran und investiert gezielt in innovative Strukturen und Kooperationen. Wir haben einen engen Zusammenschluss und eine intensive Vernetzung von Expertise. Unser Ziel ist klar: Wir wollen bestmöglich vorbereitet sein, um die Gesundheit der Menschen auch in zukünftigen Krisen zu schützen.“



Effektive Pandemieprävention durch integriertes Zusammenspiel
Die Veranstaltung zeigte einmal mehr auf, dass nur mit einem integrierten Zusammenspiel von Prävention, Surveillance und schneller Reaktionsfähigkeit eine effektive Pandemieprävention überhaupt möglich wird. Aus den Diskussionen leitet BioM zentrale Botschaften für die zukünftige Ausgestaltung von Gesundheitsvorsorge und Resilienz ab:
- Pandemien machen nicht an Grenzen Halt: Internationaler Gesundheitsschutz ist nationaler Gesundheitsschutz – niemand ist sicher, solange nicht alle sicher sind.
- Wir müssen Dual-Use-Strategien verfolgen, um sicherzustellen, dass Prävention, Diagnostik, Therapie und Überwachung krisenfest sind. Pandemievorsorge ist unverzichtbar, insbesondere in Zeiten geopolitischer Herausforderungen.
- Forschung, Entwicklung und Produktion müssen unabhängig von Drittländern und globalen Lieferketten sein.
- Klare Zuständigkeiten und eine klare Steuerung sind entscheidend, ebenso wie mehr Tempo, mehr Geld und weniger Bürokratie.
- Umweltfaktoren sind für die Resilienz der Bevölkerung von Bedeutung. Werden sie ignoriert, beeinträchtigt dies die öffentliche Gesundheit und belastet das Gesundheitssystem auch finanziell.
- Der Aufbau von Vertrauen erfordert die Qualifizierung von Kommunikationsfachkräften, medizinischem Personal und der breiten Bevölkerung.
- Wir müssen Brücken bauen, indem wir Sprache, Daten, Strukturen und Aktivitäten grenzüberschreitend aufeinander abstimmen.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Frage, wie sektorübergreifende Zusammenarbeit gestärkt werden kann. In interaktiven Diskussionsformaten tauschten sich die Teilnehmenden zu den notwendigen Rahmenbedingungen für Innovationen in der Gesundheitsvorsorge aus – von Dateninfrastruktur über regulatorische Aspekte bis hin zu Finanzierung und internationaler Kooperation. Regina Bach, Project Coordination Pandemic Alliance Munich bei BioM machte deutlich: „Die Diskussionen haben klargemacht: Für die Vorbereitung auf zukünftige Pandemieereignisse sind innovative Ansätze, Kooperation und Koordination entscheidend. Mit der Pandemic Alliance Munich bündeln wir diese Elemente, um uns gezielt auf zukünftige pandemische Ereignisse vorzubereiten.“



