Ventizz Capital Partners Advisory AG

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66 Monate im Geschäft
Ventizz nahm die Geschäftstätigkeit im Juli 2000 auf – und startete damit zu einem Zeitpunkt, als die Unternehmensbewertungen gerade ihren Höhepunkt überschritten hatten. Trotz der aus heutiger Sicht zu hohen Preise, die seinerzeit für Beteiligungen bezahlt wurden, kann Dr. Helmut Vorndran, Mitgründer und CEO von Ventizz, dem Gründungsdatum auch Positives abgewinnen: „Der ideale Auflagezeitpunkt für einen neuen VC-Fonds wäre im Hinblick auf das Tief bei den Unternehmensbewertungen zwar in den Jahren 2002 und 2003 gewesen, aufgrund der fehlenden Investorennachfrage hätte ein neuer Fonds in diesem Zeitraum jedoch kein erfolgreiches Fundraising durchführen können. Im Jahr 2000 gelang es hingegen noch relativ leicht, Investoren zu gewinnen.“ Diese vertrauten Ventizz I gut 30 Mio. Euro an, als Cornerstone-Investor konnte die seinerzeit börsennotierte niederländische Beteiligungsgesellschaft NPM Capital N.V. gewonnen werden. Ventizz finanzierte mit den bereitgestellten Mitteln acht Unternehmen aus den Bereichen IT, Medizintechnik, Nanotechnologie und der Photovoltaik, die von Ventizz bereits damals als interessante Zielbranche identifiziert wurde.

Ventizz II – der Highflyer
Mittlerweile verstärkt durch den dritten Partner Willi Mannheims (45) startete Ventizz im Jahr 2004 das Fundraising für Ventizz II, und dieser war damit einer der ersten nach der Krise neu aufgelegten Venture Capital-Fonds einer deutschen Gesellschaft. Im Gegensatz zu Ventizz I, der unter deutschem Recht aufgelegt wurde, wählte Ventizz für den Nachfolger Delaware in den USA als Firmensitz. Als Grund nennt Vorndran die Präferenz der institutionellen Investoren, für die sich Delaware oder die British Channel Islands als Firmensitze mit klaren und attraktiven steuerrechtlichen Regelungen bewährt hätten. Auch Ventizz selbst ist mit den Strukturen in den USA sehr zufrieden. Bis zum Final Closing im Januar 2005 akquirierte Ventizz mit insgesamt 67 Mio. Euro deutlich mehr als für den Vorgängerfonds, obwohl NPM Capital seine Anlagekriterien zwischenzeitlich derart geändert hatte, daß nur noch niederländische Beteiligungen neu eingegangen werden sollten, und daher nicht erneut als Investor zur Verfügung stand. Zu den bedeutendsten neuen Geldgebern gehörten der amerikanische Private Equity-Dachfonds HarbourVest Partners und die französische Fondinvest Capital. Das erste Investment von Ventizz II war der Einstieg bei der Erfurter ErSol Solar Energy AG, an der die Gesellschaft zwischen November 2004 und August 2005 einen Anteil von 79,7 % übernahm. Nach dem mit einer 50fachen Überzeichnung sehr erfolgreichen Börsengang von ErSol am 30. September 2005 hält Ventizz II noch 51,2 % an dem Hersteller von Solar-Ingots, -Wafern und -Zellen bei einem Aktienkurs von 50 Euro (per 13.01.2006) eine Beteiligung im Wert von rund 250 Mio. Euro, was mehr als dem dreifachen des gesamten Fondsvolumens entspricht. Unter weiterer Berücksichtigung der im Zuge des Börsengangs bereits verkauften ErSol-Aktien, eines weiteren im Jahr 2005 realisierten Trade-Sales und des sonstigen Portfolios hat sich der Nettowert von Ventizz II sogar mehr als vervierfacht.

Final Closing von Ventizz III in Kürze
Wie bisher will Ventizz mit dem derzeit im Fundraising befindlichen dritten Fonds die Expansion aussichtsreicher Unternehmen aus den Bereichen High-Tech/Engineering, IT/Software und Medizintechnik finanzieren. Besonders interessante Unternehmen hat das Management dabei konkret unter Halbleiterzulieferern, Smart Card-Produzenten und Kardiologieproduktanbietern ausgemacht. Nach dem First Closing im zweistelligen Mio. Euro-Bereich im Oktober 2004 ist die Schließung des Fonds im Frühjahr 2006 geplant, wobei Vorndran ein Volumen deutlich oberhalb von 100 Mio. Euro erwartet. Besonders gefreut habe ihn dabei, daß sämtliche Investoren in Ventizz II mindestens ein Commitment in gleicher, meist aber in gestiegener Höhe auch für Ventizz III gezeichnet hätten. Im Zuge der Erstinvestition wird Ventizz III Engagements zwischen einer und 20 Mio. Euro tätigen, wobei im Rahmen weiterer Finanzierungsrunden insgesamt höhere Beträge in eine Gesellschaft investiert werden können. Vier Beteiligungen sind von Ventizz III bereits nach dem Abschluß des First Closings erworben worden.

IPO: ja und nein!
Damit stößt das derzeitige Team um Dr. Helmut Vorndran, der zuvor als Partner und Vice-President bei der US-amerikanischen A.T.Kearney Inc. und als geschäftsführender Alleingesellschafter beim Wuppertaler Veranstaltungstechnikspezialisten Schnakenberg bereits unternehmerisch tätig war, an seine Kapazitätsgrenzen. Neben den beiden Vorstandskollegen Reinhard Löchner, der bis zu seinem Einstieg bei Ventizz als Investmentdirektor die Anlagepolitik der Düsseldorfer KDV Kapitalbeteiligungsgesellschaft der Deutschen Versicherungswirtschaft AG mitgestaltete, sowie Willi Mannheims, der von 1996 bis 2001 als Vorstandsvorsitzender die Geschicke des von ihm gegründeten und an die Börse gebrachten IT-Unternehmens Secunet AG leitete, beschäftigt Ventizz derzeit nur einen weiteren Investment Professional. So gehört zu den Zielen der Gesellschaft für 2006 die Einstellung weiterer Mitarbeiter, um dem Anstieg des verwalteten Vermögens durch Ventizz III Rechnung zu tragen. Darüber hinaus erhoffen sich die drei Partner mindestens einen weiteren Börsengang, der bereits in einem frühen Stadium vorbereitet werde. Für die ausschließlich in ihrem Besitz befindliche Managementgesellschaft Ventizz Capital Partners Advisory selbst sei ein Börsengang jedoch kein Thema, weil sich aus Sicht der Partner das Geschäftsmodell mit „Closed End Funds“ bewährt habe.

Fazit:
Mit dem frühzeitigen und richtigen Riecher bei Photovoltaikinvestments wie beispielsweise ErSol und einer konsequenten Umsetzung des Börsengangs gehört Ventizz II zweifellos weltweit zu den erfolgreichsten Venture Capital-Fonds des vergangenen Jahres. Dank dieser Erfolgsstory wird die Gesellschaft für ihren dritten Fonds erstmals ein dreistelliges Volumen einwerben. Nun müssen Vorndran und seine Kollegen beweisen, daß sie einen Deal wie die ErSol-Story – möglichst mehrfach – wiederholen können. Wenn das in den kommenden Jahren gelingt, steht Ventizz eine rosige Zukunft bevor.


Steckbrief Ventizz Capital Partners Advisory AG
– Standort: Düsseldorf
– Gründung: Juli 2000
– Gesellschafter: Dr. Helmut Vorndran, Reinhard Löchner, Willi Mannheims
– Geschäftsführung/ Vorstand: Dr. Helmut Vorndran, Reinhard Löchner, Willi Mannheims
– Verwaltetes Kapital: 50 Mio. Euro (per 31.12.2005)

Investitionsschwerpunkte von Ventizz
– Phase: Expansionsfinanzierung, Small Cap Technology Buy-outs
– Branche: High-Tech/Engineering, IT/Software, Medizintechnik
– Region: Deutschland, Schweiz, Österreich, Westeuropa