Strukturwandel aktiv gestalten

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Zentren für Zukunftsbranchen aufbauen

Seit dem Rückgang der Schwerindustrie steht auch Dortmund vor der Herausforderung, den Wandel hin zu einer modernen, internationalen und innovativen Metropole zu meistern. Vor zehn Jahren schlug die Stadt dazu einen bis dato neuen Weg ein: Als gemeinsame Initiative mit Wirtschaft und Wissenschaft rief sie das dortmund-project ins Leben. Mit starken Partnern an seiner Seite gibt es als Teil der Wirtschaftsförderung Dortmund Impulse für die Entwicklung des Standorts, knüpft Netzwerke und fördert Projekte in den technologieorientierten Zukunftsbranchen. Eine wichtige Rolle spielen dabei die drei Kompetenzzentren rund um das TechnologieZentrumDortmund (TZDO): das BioMedizinZentrumDortmund für Firmen aus der Biomedizin, der Bioinformatik, den Proteomics sowie der Biomikrostrukturtechnik, die MST.factory dortmund für Mikro-/Nanotechnologie sowie das Zentrum für Produktionstechnologie (ZfP). Sie stellen kleinen und mittleren Unternehmen eine breit angelegte Infrastruktur und technisches Know-how zur Verfügung. Damit fördern sie nicht nur bestehende Betriebe, sondern unterstützen insbesondere Start-ups.

Anreize für Gründer schaffen

Auch Gründungswettbewerbe bieten die Möglichkeit, gezielt angehende Jungunternehmer zu fördern. Daher fiel 2001 der Startschuss für den Wettbewerb start2grow. Mitmachen kann jeder, der eine gute Idee für ein neues Produkt oder eine innovative Dienstleistung hat. Start2grow unterstützt die Teilnehmer bei der schnellen und fundierten Umsetzung ihrer Geschäftskonzepte. Sie profitieren vor allem von dem Netzwerk, in dem mehr als 680 Experten ihr Wissen zur Verfügung stellen. Technologische Schwerpunkte setzt der Wettbewerb in den Bereichen Informations- und neue Technologien, z.B. Mikro-/Nano-, der Bio- und Effizienztechnologie. Um Innovationen in Produkte umzusetzen und an den Markt zu bringen, bedarf es – neben unternehmerischem Engagement – auch ausreichenden Kapitals. Dies gilt umso mehr für Unternehmen in den oft kostenintensiven neuen Technologien. Daher hat die Bereitstellung von Venture Capital in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen.

Start-ups vor Investoren präsentieren lassen

Beim Venture Capital Roundtable Dortmund werden jedes Jahr Finanzierungskonzepte vorgestellt, aktuelle Entwicklungen aufzeigt und anhand von Beispielunternehmen diskutiert. Die Veranstaltung bietet Firmen die Gelegenheit, ihre Geschäftskonzepte vor einem überregionalen Investorenforum zu präsentieren und für eine Förderung zu werben. Im Fokus stehen vor allem die technologischen Schlüsseltechnologien, denn: Prognosen weisen ihnen für die Zukunft eine Führungsrolle am Weltmarkt zu. Auch für Finanzierungspartner wird die Förderung attraktiver, da sie auf den Erfahrungen erfolgreich umgesetzter Venture Capital-Konzepte aufbauen können. Als Mitveranstalter wurden u.a. die NRW.Bank und der High-Tech Gründerfonds an Bord geholt.

Verschiedene Modelle aufsetzen

Je nach Technologieausrichtung und Kapitalbedarf sind die Bedürfnisse von Start-ups ganz unterschiedlich. Daher erarbeitet etwa die SeedCapital Dortmund GmbH & Co. KG, die sich an technologieorientierten Firmen in der Gründungs- oder in frühen Unternehmensphasen beteiligt, für die Betriebe individuelle Modelle zur Stärkung der Eigenkapitalbasis. Sie ist Partner auf Zeit und bietet nicht „nur“ Kapital, sondern auch Erfahrungen im Management junger Firmen, Marktkenntnis und ein Kompetenznetzwerk, das nicht zuletzt die oben genannten Kompetenzzentren umfasst. Gesellschafter sind die Sparkasse Dortmund, die NRW.Bank und die Schüchtermann-Schiller’sche Familienstiftung. Die Förderung bietet zukunftsorientierten Unternehmen die Chance, durchzustarten, Arbeitsplätze zu schaffen und einen Beitrag zum Strukturwandel zu leisten, sodass der gesamte Standort profitiert.

Ausblick

Um die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen langfristig zu sichern, sind effiziente technologische Lösungen gefragt – heute mehr denn je. Es gilt, weltweiten Trends wie der fortschreitenden Globalisierung, der absehbaren Verknappung von Rohstoffen, den Anforderungen an eine moderne Wissensgesellschaft und dem demografischen Wandel mit neuen Lösungsansätzen zu begegnen. Mit der in diesem Jahr gestarteten Initiative „Effizienz Dortmund“ setzt die Wirtschaftsförderung Dortmund gezielt auf den Ausbau von Effizienztechnologien. Die Entwicklung des Standortes Dortmund geht so auf einem zusätzlichen Gebiet weiter. Denn: Auch wenn sich der ehemalige Industriestandort zu einem Zentrum für Dienstleistung und Zukunftstechnologien entwickelt hat, ist der Wandel längst nicht abgeschlossen. Auch in Zukunft sind Initiativen und Engagement gefragt, um die Entwicklung weiter voranzutreiben.

Über den Autor

Christian Weyers arbeitet seit 2006 für dortmund-project (www.dortmund-project.de). Dort ist er Projektleiter für den Bereich Branchenentwicklung Wirtschaftsdienstleistungen und betreut auch den „Venture Capital Roundtable Dortmund“.