Viele Wege führen zum Deal

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Sprudelnde Quellen für den Dealflow

Insider sprechen vom „Dealflow“: Der Prozess, in dem man Angebote über mögliche Investments erhält, geeignete auswählt, mit Gründern verhandelt und schließlich Verträge abschließt. Nicht jedes Angebot ist geeignet, und nicht jeder Unternehmer passt zu jedem Business Angel. Business Angels wünschen sich daher eine gewisse Anzahl an Vorschlägen, sozusagen eine ständig sprudelnde Quelle, die den Dealflow nährt. Dabei helfen verschiedene Angels-Vereinigungen. Als Business Angel lohnt es sich in mehreren solcher Netzwerke aktiv zu sein, denn jedes ist ganz unterschiedlich.

Business Angels Netzwerk Deutschland e.V. (BAND)

BAND arbeitet überregional mit starkem PR-Einsatz für die Idee des Angel-Investments. Das Netzwerk wirbt nicht nur neue Business Angels, sondern zeigt auch interessierten Gründern die Vorteile einer solchen Zusammenarbeit auf. BAND hilft so bei der Entscheidung, sich um ein Angel-Investment zu bewer ben. Das ist eine wichtige Rolle im „Spiel um den Deal“. So wird von vornherein Aufmerksamkeit für die Angel-Idee geweckt, und Gründer fassen Mut, sich zu bewerben.

CyberForum e.V.

Das CyberForum e.V. in Karlsruhe unterhält einen Mentorenkreis, aus dem Business Angels hervorgehen. In diesem Jahr wurde erstmals ein nach Art des Speed Datings organisiertes Treffen von Business Angels und jungen Unternehmern veranstaltet. 30 Unternehmen konnten sich fünf zehn Investoren vorstellen – für beide Seiten eine sehr anstrengende, aber hochinformative Veranstaltung. Zum Ab schluss wurde die beste Gründungsidee gewählt. Gewonnen hat Jatuso, ein Start-up aus der Technologiefabrik Karlsruhe, in dem fünf Universitätsabsolventen daran tüfteln, den täglichen Einkauf leichter, schneller und bequemer zu machen.

Start Angels Zürich

Die Start Angels Zürich setzen auf regelmäßige Treffen, bei denen sich jeweils drei bis sechs junge Unternehmen präsentieren. Die Besonderheit hier: Die Gründer werden vorher von erfahrenen Coachs ausführlich betreut, um ihre Geschäftsidee, das Geschäftsmodell und die Präsentation detailliert auszuarbeiten, und erhalten nachher schriftliches Feedback. Der Vorstand des Vereins macht sich einige Mühe, unter den Angeboten solche auszuwählen, die besonders interessant erscheinen. Das Ergebnis gibt ihm recht: Im Durchschnitt findet mehr als die Hälfte der präsentierenden Unternehmen bei diesen Gelegenheiten auch eine Finanzierung, mit der sie in die Zukunft starten können.

Gründer- und Businessplan-Wettbewerbe

Eine weitere Quelle für den Dealflow sind die Gründerund Businessplan-Wettbewerbe, die es in Deutschland inzwischen in großer Zahl gibt. In Karlsruhe z.B. prämiert das CyberForum jährlich die „CyberChampions“. Business Angels, die sich in solchen Wettbewerben als Coachs, Gutachter oder Juroren engagieren, bringen zunächst ihr Know-how zum Einsatz, lernen so die jungen Unternehmen zu einem sehr frühen Zeitpunkt kennen, wissen, was das Unternehmen kann und wo es steht, erkennen, wann es welchen Kapitalbedarf hat. Das erleichtert die spätere Investitionsentscheidung. Nicht zufällig nimmt die enge Kooperation zwischen Businessplan-Wettbewerben und Business Angels-Netzwerken ständig zu.

Fazit:

Viele Wege führen zum Deal!

Zum Autor
Dr. Friedrich Georg Hoepfner ist Vorstand der Hoepfner Stiftung. Seit 1970 arbeitete er im Management verschiedener junger Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen. Heute berät Hoepfner Unternehmer zu den Themen Strategie, Innovation und Management-Entwicklung und ist als Business Angel tätig.