Innovationszentren in Deutschland

Deutsche Innovationszentren haben offene Türen für Gründer.
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Unterstützung in betriebswirtschaftlichen Fragen

Wer seine Idee umsetzen und ein Unternehmen gründen möchte, sieht sich oftmals von einer Vielzahl formaler Prozesse des Unternehmensalltags eingenommen, die vom ehemaligen Forschungsumfeld und oft auch von der eigentlichen Innovation ablenken. Gerade in der Phase der Unternehmensgründung kann hier die Beratung der Innovationszentren helfen. Sie vermittelt den Zugang zu geeigneten Förderinstrumenten beim Unternehmensaufbau und unterstützt bei der Erstellung eines Unternehmens- und Finanzierungskonzeptes. Später bieten die Innovationszentren qualitativ hochwertige Mietflächen mit ausgezeichneter technischer Infrastruktur zu günstigen und sehr variablen Bedingungen an. Verfügbare Beratung im rechtlichen, patent- sowie steuerrechtlichen Bereich wie auch in Fragen der Markterschließung, Finanzierung und Personalförderung oder die Vermittlung dieser Leistungen runden das Angebot der Innovationszentren ab.

Gelebter Forschungstransfer

Insbesondere bei der Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in neue Produkte und fortschrittliche Herstellungsverfahren über den Wechsel von Wissenschaftlern hin zu Unternehmern und Technologen spielen die Innovationszentren eine wichtige Rolle.
Innovationszentren vereinen Forschende, Entwickler, Gründer und Produzenten in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) unter einem Dach. Sie fördern den Wissenstransfer und die Netzwerkbildung, geben Unterstützung bei der Unternehmensgründung und begleiten das Wachsen junger innovativer Unternehmen. Die Orientierung der Innovationszentren auf eine optimale Unterstützung derer, die ihre Ideen wirtschaftlich in neuen Technologien oder Produkten umsetzen möchten, erfordert ein breites Spektrum an Einzelleistungen. Wo sie nicht vom Zentrum selbst angeboten werden können, stehen Partner in Wirtschaft, Wissenschaft und regionaler Wirtschaftsförderung zur Verfügung. Innovationszentren sind damit selbst Bestandteil regionaler Netzwerke der Wirtschaftsstrukturentwicklung. Für den Betrieb der Zentren erwirtschaften diese die erforderlichen Mittel mit den ihnen anvertrauten Immobilien in der Regel selbst und sind somit hocheffiziente Wirtschaftsförderinstrumente.

Gute Antworten auf globale Probleme

Dabei sind die Innovationszentren heute wichtiger denn je: Mehr innovationsbasierte Unternehmensgründungen sind Garant und Basis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit Deutschlands. Sie sind wesentliche Triebfeder für Innovationen und für die wirtschaftliche Nutzung von neuen Entwicklungen, Methoden und Verfahren. Nur mit Innovationen sind die globalen Herausforderungen wie Klimawandel, Sicherung der Energieversorgung, der Ernährung, der Mobilität bis hin zur Kommunikation zu meistern. Diese Tätigkeitsfelder für Innovatoren illustrieren die Größe der Aufgaben und das Spektrum der Aufgabengebiete. Dadurch wird aber auch deutlich, wie groß die Chancen für Innovatoren mit guten Ideen sind, sich mit ihren Ideen und Entwicklungen bei der Lösung der globalen Herausforderungen zu beteiligen und erfolgreicher Unternehmer zu werden. Diesen Prozess zu unterstützen ist die wichtigste und wesentliche Funktion der Innovationszentren.

Über 280.000 neue Arbeitsplätze

Gegenwärtig existieren in Deutschland über 300 Technologie-, Innovations- und Gründerzentren, die Gründern und jungen Unternehmen optimale Unterstützung bieten. Diese Zentren, in denen etwa 13.500 Unternehmen mit über 100.000 Arbeitsplätzen angesiedelt sind, sind heute fester Bestandteil der deutschen Forschungs-, Technologie- und Entwicklungslandschaft. In Summe wurden durch die deutschen Zentren über 280.000 Arbeitsplätze geschaffen. Die jährliche Bruttowertschöpfung der Unternehmen in den Zentren wird auf über 10,9 Mrd. EUR errechnet. Die geschätzten Fiskaleffekte aus den verschiedensten Steuerarten belaufen sich auf rund 2 Mrd. EUR.

Motoren für die Region

Hinzu kommen die wirtschaftlichen Effekte der Technologie- und Industrieparks, die aus den Zentren heraus in ihrem Umfeld entstanden sind und deren Keimzellen die Innovationszentren sind. Neben den expandierenden Unternehmen der Zentren haben sich dort weitere technologieorientierte Unternehmen und Dienstleister sowie Forschungs- und Entwicklungsunternehmen angesiedelt. Allein in den vor- und nachgelagerten Unternehmen entstanden weitere 70.000 indirekte sowie ca. 30.000 induzierte Arbeitsplätze, die die vorgenannten direkten fiskalischen Effekte praktisch verdoppeln.

Fazit:

Innovationszentren sind das einzige Wirtschaftsförderungsinstrument, das nicht nur den unersetzlichen Nachschub an technologie- und innovationsorientierten Gründern beschafft und so die Dynamik der regionalen Wirtschaftskräfte antreibt, sondern auch noch die dafür erforderlichen Mittel größtenteils selber erwirtschaftet. Die Innovationszentren in Deutschland werden auch zukünftig ihren Beitrag zu Wertschöpfung, Beschäftigung und der Stärkung der Innovationskraft der Unternehmen in Deutschland leisten und sich neuen Herausforderungen stellen.

Zur Autorin

Andrea Glaser ist Geschäftsführerin des ADT-Bundesverband Deutscher Innovations-, Technologie- und Gründerzentren e.V., der bundesweit 156 Zentren mit 5.800 angesiedelten Unternehmen repräsentiert.