Neun Fragen an Jakob Schreyer von orderbird

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VC Magazin: Wie kam es zu der Idee für Ihr Start-up?
Schreyer: Die Initialzündung zu unserer Idee wurde uns förmlich auf dem Tablett geliefert: Mein Schulfreund Bastian Schmidtke hat 2009 auf der Webseite des Business Insider gelesen, dass das US-Militär mit iPod Touchs Bomben per Fernzündung nutzen möchte. Als Apple-Power-User und Kassensystemhändler fragte sich Bastian sofort: Wenn Apple-Geräte für den Militäreinsatz in Frage kommen, warum sollte man sie nicht in der Gastronomie einsetzen? So ist die Idee für orderbird, das iPad Kassensystem für die Gastronomie, geboren.

VC Magazin: Wie haben Sie die erste Finanzierung Ihrer Gründungsidee gestemmt und wie verlief die weitere Suche nach Kapital(-gebern)?
Schreyer: Uns war klar, dass die Programmierung eines Kassensystems auf iOS-Basis eine solide Finanzierung erfordert. Durch Zufall habe ich damals den Geschäftsführer von der Münchener Diskothek P1 kennengelernt. Dort testeten wir bei der Wiedereröffnung 2010 unsere erste Version vom orderbird Kassensystem unter härtesten Bedingungen mit Erfolg. Dieser Pilotstart als Feuerprobe hat bei der Investorensuche enorm geholfen. Letztendlich hatten wir als Seed-Investment rund 900.000 EUR von sechs Investoren, Eigenkapital von uns Gründern und ein Förderdarlehen von der Investitionsbank Berlin. Einen großen Auftrieb gab zudem der Gewinn bei verschiedenen Gründerwettbewerben wie von Hasso-Plattner-Institut, enable2start der Financial Times und den European Tech Startup Awards. Die Suche nach einer Wachstumsfinanzierung fiel daher nicht schwer. Im vergangenen Jahr schlossen wir unsere zweite Finanzierungsrunde mit 2,7 Mio. EUR, um unser Programmierteam aufzustocken und an die Einbindung des Gastes weiterzuentwickeln. Dabei hat uns Alastin mit einem strategischen Investment in Höhe von 2,4 Mio. EUR unterstützt.

VC Magazin: Was sprach gegen die Karriere als Angestellter und wie hat sich das Gründerteam zusammengefunden?
Schreyer: Für Bastian und mich stand seit Grundschulzeiten fest, dass wir später einmal zusammenarbeiten wollen, etwas Großes machen. Uns gemeinsam zu verwirklichen, Freiräume zu nutzen und einem sympathischen Team zu arbeiten, überzeugte mich letztendlich, meine Festanstellung in New York aufzugeben. Dort arbeitete ich lange Zeit als Marketing- und Strategieberater für die Werbeagentur Kastner&Partners.

VC Magazin: Wenn Sie auf Ihre bisherigen unternehmerischen Erfahrungen zurückblicken: Welche Entscheidungen würden Sie erneut treffen?
Schreyer: Alle. Ganz besonders möchte ich aber zwei Dinge hervorheben: 1. Trotz der Vielfalt der Möglichkeiten immer fokussieren und nie das Ziel aus den Augen verlieren. 2. Wir haben unsere Mentoren mit viel Bedacht gewählt. Sie geben uns wertvollen fachlichen Rat und Unterstützung.