Dunkle Debt-Wolken am Private Equity-Himmel?

Thinkstock/iStock/Shikhar Bhattarai
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Fremdkapital spielt aktuell wieder eine große Rolle bei Private Equity-finanzierten Übernahmen. Schon werden Erinnerungen an vergangene Höhenflüge und tiefe Abstürze wach. Fluch oder Segen, Teufelszeug oder Allheilmittel, das Thema Fremdkapital polarisiert. Allerdings steht den Beteiligungsfonds im Jahr 2015 mit Finanzierungen über Banken, Mezzanine-Fonds oder Unitranche ein breiterer Fächer an Möglichkeiten zur Verfügung als noch vor einigen Jahren. Am Ende spielt, wie immer, die Qualität des Investments eine entscheidende Rolle.

Gleichwohl, auf der kürzlich zu Ende gegangenen Leitkonferenz Super Return in Berlin waren sie zu hören, die Unkenrufe, die vor einem jähen Abschwung warnten. Überhaupt war es eine eigenartige Atmosphäre. Einerseits waren da die großen Versicherer, Rentenkassen und Pensionsfonds, die mehr denn je ihre lukrativen Anlagemöglichkeiten im internationalen Beteiligungsgeschäft suchen – wen wundert es, wo doch außerhalb der internationalen Aktienmärkte kaum mehr etwas zu gewinnen ist. Und die niedrigen Zinsen lassen manch schlechte Erfahrung im Private Equity-Geschäft schnell wieder vergessen. Andererseits, die ganz große Euphorie wollte sich nicht einstellen.

Keine Furcht vor der Vergangenheit

In seiner Keynote warnte etwa Ralf Huep, Europachef bei Advent International, vor überzogenen Renditeerwartungen, angesichts aktuell hoher Kaufpreise. Dass die Renditen sinken werden, scheint indes unter Experten außer Zweifel, zu hoch seien die jährlich notwendigen Gewinnsteigerungen, um die einstmals angestrebten Ziele oder die vergleichbaren Werte vergangener Tage in einigen Jahren erneut zu erreichen. Denn nicht nur die Kaufpreise sind hoch, auch die Tatsache, dass sie größtenteils mit Schulden finanziert werden, drückt aufs allgemeine Gemüt. „Wir beobachten, dass die Leverage-Levels seit einigen Jahren steigen“, ergänzt Marc Brugger, Managing Director beim Asset Manager LFPE und relativiert: „Nach unserer Wahrnehmung haben sie aber noch nicht den Grad von 2007 erreicht, jedenfalls nicht in der Breite. Es wird klar unterschieden, welche Zielunternehmen gut durch die letzte Krise gekommen sind und welche Geschäftsmodelle krisenresistent genug sind, auch einen vergleichsweise anspruchsvollen Leverage zu tragen“, so Brugger. Zum Vergleich: Der Anteil an Transaktionen mit einem Leverage von 6x liegt in Europa nach Angaben des Beratungsunternehmens Herter & Co. bei rund 25%. Das ist immer noch deutlich unter den Werten von 2006 oder 2007, als deren Anteil zuweilen deutlich über 40% betrug. „Hinzu kommt ein wichtiger Unterschied“, unterstreicht Brugger. „Die von den Investoren eingesetzten Eigenkapitalanteile und damit der ‚Sicherheitspuffer‘ für den Debt-Finanzierer sind heute höher als noch 2007.“ Vielleicht macht die Erfahrung also doch klug, wenn Private Equity-Geber heute weniger bereit sind, teurere Mezzanine-Finanzierungen zu akzeptieren oder durch eine Erhöhung des Kaufpreises die Eigenkapitalrendite zu mindern.

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