Management-Buyout bei Vitronet

Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) beteiligt sich an der Vitronet Projekte GmbH, einem Dienstleistungsunternehmen der Telekommunikationsbranche. Im Rahmen eines Management-Buyouts wird der von der DBAG verwaltete Fonds DBAG ECF die Anteile an der Vitronet Projekte GmbH von der Vitronet Holding GmbH übernehmen.

Die Vitronet Holding GmbH betreibt eine Online-Handelsplattform für Telekommunikations-Vorleistungen in Form von Breitband-Anschlüssen in Deutschland. Nach eigenen Angaben will sich das Unternehmen künftig auf dieses Geschäftsfeld konzentrieren. Die DBAG wird für ihre Coinvestition bis zu 8,5 EUR aus ihrer Bilanz investieren. Auf den Investor entfallen künftig rund 40% der Anteile an der Vitronet Projekte GmbH. Weitere Anteile neben dem DBAG ECF hält künftig das Management und Führungskräfte des Unternehmens. Der Vollzug des Kaufvertrags, der noch der Zustimmung der Kartellbehörden bedarf, ist für Mai 2017 vorgesehen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Die börsennotierte Deutsche Beteiligungs AG initiiert geschlossene Private-Equity-Fonds und investiert an der Seite der DBAG-Fonds in gut positionierte mittelständische Unternehmen mit Entwicklungspotenzial. Das vom DBAG-Konzern verwaltete und beratene Kapital beträgt rund 1,8 Mrd. EUR. Erstmals strukturiert der 2011 geschlossene DBAG ECF damit eine Mehrheitsbeteiligung. Nach einer Erweiterung der Investitionskriterien im vergangenen Jahr stellt der Fonds selektiv auch Mittel für MBOs bereit; die Eigenkapitalinvestitionen des Fonds liegen zwischen 10 und 30 Mio. EUR. Bisher hatte sich der Fonds ausschließlich minderheitlich an Familienunternehmen beteiligt, um das Wachstum dieser Unternehmen zu finanzieren. Im Portfolio der DBAG finden sich mit DNS:net und inexio zwei weitere Unternehmen aus der Telekommunikationsbranche, die im ländlichen Raum Glasfasernetze errichten und betreiben und schnelles Internet zur Verfügung stellen.

Die Vitronet Projekte GmbH ist ein konzernunabhängiger Anbieter von Dienstleistungen im Bereich von Glasfaser- und Kupfer-Infrastrukturlösungen von der Beratung und Planung über die komplette Realisierung bis zur Vermarktung von Breitbandnetzen. Kunden des Unternehmens sind Energieversorgungsunternehmen, Kommunen, Telekommunikationsunternehmen, Stadtwerke und Netzbetreiber. Neben der Planung und dem späteren Service übernimmt der Telekommunikationsdienstleister auch der Bau der Netze über Sub-Unternehmen. Dabei geht es überwiegend um neue Glasfasernetze und die technische Aufrüstung bestehender Netze. Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben rund 100 Mitarbeiter, rund 50 sind am Unternehmenssitz in Essen tätig, die übrigen an fünf weiteren Standorten in Deutschland.

Für 2017 erwartet das 2001 gegründete Unternehmen nach eigenen Angaben auf Basis bereits vorliegender Aufträge einen Umsatz von rund 36 Mio. EUR. In den kommenden Jahren soll der Umsatz mit einer zweistelligen Rate wachsen. Chancen ergeben sich laut des Unternehmens vor allem aus der hohen Nachfrage nach schnellen, leistungsfähigen Internet-Verbindungen. In Deutschland würden weniger als 10% der Haushalte über einen Glasfaseranschluss verfügen und der Netzausbau gehöre zu den bevorzugten Infrastrukturprojekten des Staates. Weitere Markttreiber seien die Aufrüstung der Mobilfunknetze (auf „LTE“ folgt „5G“) und der Netze der Kabelbetreiber, so das Unternehmen.

Vitronet Projekte GmbH   Essen
Tätigkeitsfeld:
 Infrastruktur/Telekommunikation
Investor: Deutsche Beteiligungs AG via DBAG ECF
Volumen: nicht veröffentlicht (Management Buyout)