Fundraisingklima klettert auf neuen Höchststand

Das Geschäftsklima auf dem deutschen Beteiligungskapitalmarkt bleibt laut des German Private Equity Barometers zum Jahresauftakt 2017 weiterhin sehr gut.
Das Geschäftsklima auf dem deutschen Beteiligungskapitalmarkt bleibt laut des German Private Equity Barometers zum Jahresauftakt 2017 weiterhin sehr gut.
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Das von der Förderbank KfW und dem Branchenverband BVK erstellte German Private Equity Barometer zeigt im 1. Quartal 2017 eine unterschiedliche Dynamik in den Teilmärken: Während die Stimmung der Frühphaseninvestoren wieder besser wird, tritt bei den Spätphaseninvestoren nach dem vorherigen Rekordquartal eine Beruhigung ein. Das Fundraisingklima klettert weiter auf einen neuen Höchststand.

Das Geschäftsklima auf dem deutschen Beteiligungskapitalmarkt verändert sich zum Jahresauftakt 2017 kaum und bleibt äußerst gut. Im ersten Quartal 2017 liegt der Geschäftsklimaindex des German Private Equity Barometers bei 61,8 Saldenpunkten (-0,2 Zähler). Der Indikator für die aktuelle Geschäftslage legt dabei geringfügig um 0,5 Zähler auf 65,1 Saldenpunkte zu, der Indikator für die Geschäftserwartung geht leicht um 1,0 Zähler auf 58,6 Saldenpunkte zurück. Auch bei den wichtigsten Faktoren des Marktumfelds gibt es zum Jahresstart keine wesentlichen Veränderungen. Die Investoren bleiben unzufrieden mit den hohen Einstiegspreisen, bewerten aber Exitmöglichkeiten und Fundraising als sehr gut – letzteres mit einem erneut leicht verbesserten Höchstwert.

Frühphaseninvestoren wieder in bester Stimmung

Das Geschäftsklima im Venture Capital-Markt macht seinen Einbruch des Schlussquartals 2016 wieder wett. Der Geschäftsklimaindikator des Frühphasensegments steigt im ersten Quartal 2017 um 11,3 Zähler auf 59,7 Saldenpunkte. Dabei bewerten die Investoren Geschäftslage und Geschäftserwartung fast identisch: Der Indikator für die aktuelle Geschäftslage steigt um 9,8 Zähler auf 59,7 Saldenpunkte, der Indikator für die Geschäftserwartung um 12,8 Zähler auf 59,8 Saldenpunkte. Bei den wichtigsten Faktoren des Venture Capital-Marktumfelds gibt es drei Rekorde zu verzeichnen: Fundraisingklima, öffentliche Förderung und Höhe des Dealflows wurden noch nie besser bewertet. Hinzu kommen sehr gute Bewertungen für Exitmöglichkeiten und Dealflow-Qualität. Bei den Einstiegspreisen zeichnet sich laut der Studienautoren zudem eine Besserung ab. Seit dem Tiefpunkt im dritten Quartal 2015 nimmt die Unzufriedenheit im Trend wieder ab.

Attraktive Übernahmeobjekte werden rarer

Im Spätphasensegment des Beteiligungskapitalmarkts kühlt sich die Stimmung nach dem Rekordhoch im Vorquartal etwas ab. Der Geschäftsklimaindikator sinkt im ersten Quartal 2017 um 7,2 Zähler auf 63,5 Saldenpunkte, bleibt damit aber weiterhin sehr gut. Der Indikator für die aktuelle Geschäftslage geht dabei um 4,7 Zähler auf 69,2 Salden-punkte zurück, der Indikator für die Geschäftserwartung verliert 9,8 Zähler auf 57,8 Saldenpunkte. Seitens der wichtigsten Faktoren des Marktumfelds bekam das Geschäftsklima Unterstützung durch die Entwicklung des Fundraisingklimas, das auch im Spätphasensegment auf einen neuen Bestwert kletterte sowie durch die nach wie vor sehr gut bewerteten Exitmöglichkeiten. Dagegen sind die Spätphaseninvestoren so unzufrieden wie nie zuvor, denn attraktive Übernahmeobjekte werden rarer und die Einstiegspreise steigen. Zudem hat sich die Dealflow-Qualität gegenüber dem Vorquartal merklich verschlechtert sowie der Abschreibungsdruck gravierend erhöht. Darin sind laut der Studienautoren auch die Gründe für den Rückgang des Geschäftsklimas zu finden.

Gefahr durch politische Unsicherheit

Das gegenwärtige Marktumfeld spreche für ein sehr gutes Venture Capital-Jahr 2017, so die Studienautoren. Im ersten Quartal habe das Bundeskabinett auch einen Ausbau des deutschen Venture Capital-Marktes beschlossen, wovon die Stimmung im Frühphasensegment weiter profitieren könne. Aufgrund der schlechten Nachfrage im Spätphasensegment gebe es aber Grund zur Sorge. Auch in der politischen Unsicherheit sehen die Studienautoren eine Gefahr. Zwei Drittel der Equity-Investoren befürchten laut der Studie negative Auswirkungen auf den deutschen Beteiligungsmarkt, wenn die EU weiter geschwächt wird. Der schlechte Dealflow in der Spätphase sei ein Effekt der Niedrigzinsphase. Unternehmer würden aktuell kaum attraktive Alternativanlagen und halten sich deshalb mit dem Verkauf ihrer Unternehmen zurück. Zudem konnten viele Unternehmen in den letzten konjunkturell starken Jahren finanzielle Reserven aufbauen, und die Banken bieten guten Unternehmen sehr vorteilhafte Kreditkonditionen, so das German Private Equity Barometer.