Triton übernimmt SGL CFL/CE

Nächster Verkauf bei Kohlefaserunternehmen: Triton übernimmt SGL CFL/CE
Nächster Verkauf bei Kohlefaserunternehmen: Triton übernimmt SGL CFL/CE
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Die Kohlefaserunternehmen SGL Group trennt sich von ihrem Geschäftsbereich Kathoden, Hochofenauskleidungen und Kohlenstoffelektroden – kurz SGL CFL/CE. Neuer Eigentümer ist die in Frankfurt ansässige Beteiligungsgesellschaft Triton.

Die SGL CFL/CE ist Hersteller und Zulieferer von Graphitprodukten. Diese werden in der Hüttenindustrie wie beispielsweise der Aluminium- oder Primäreisenindustrie verwendet. Die Wiesbadener produzieren neben Kathodenblöcke für Aluminiumhütten und Ofenauskleidungen für Hochöfen auch Kohlenstoffelektroden für Reduktionsöfen. Aktuell sind für SGL CFL/CE rund 630 Mitarbeiter tätig. Davon entfallen knapp 600 auf die beiden polnischen Produktionsstätten in Nowy Sacz und Raciborz. Die verbleibenden etwa 30 Mitarbeiter sind in Deutschland beschäftigt. Laut eigenen Angaben plant Triton nach der Übernahme sowohl in das Wachstum als auch in die weitere Entwicklung des Unternehmens zu investieren. Die Private Equity-Gesellschaft einigte sich mit der SGL Group auf einen Wert von 250 Mio. EUR für den ehemaligen Geschäftsbereich Performance Products. Zum Closing, das für das vierte Quartal 2017 erwartet wird, rechnet die SGL mit einem Mittelzufluss von rund 230 Mio. EUR. Die Differenz ergibt sich aus dem Abzug von schuldähnlichen Verpflichtungen, insbesondere Pensionsrückstellungen, sowie „anderen marktüblichen Anpassungen“ wie es in der Mitteilung des Unternehmens heißt. Noch steht die Transaktion unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Kartellbehörden.

Triton bleibt auf Zukaufskurs

Mit der Übernahme von SGL CFL/CE realisiert die Beteiligungsgesellschaft Triton bereits ihren dritten Zukauf innerhalb von drei Monaten. So vermeldeten die Frankfurter erst vor zwei Wochen den Einstieg beim Industriedienstleister Unica. Mitte Mai gab man die mehrheitliche Übernahmen von WernerCo, einem internationalen Hersteller und Händler von Leitern, sicheren Lagerungssystemen und leichter Bauausrüstung, bekannt.

Zweiter Verkauf innerhalb von zwölf Monaten

Für das angeschlagenen Kohlefaserunternehmen SGL – für 2016 wies man ein Jahresergebnis von -109,7 Mio. EUR aus – ist der Verkauf des Geschäftsbereichs Kathoden, Hochofenauskleidungen und Kohlenstoffelektroden die zweite Abspaltung binnen zwölf Monaten. Im Oktober 2016 hatten die Wiesbadener das verlustreiche Graphitelektrodengeschäft an den japanischen Chemiekonzern Showa Denko veräußert. Damit trennte sich das Unternehmen, das zum Firmenimperium der BMW-Großaktionärin Susanne Klatten gehört, von seinem Nukleus. Showa Denko zahlte damals 350 Mio. EUR für das ehemalige SGL-Kerngeschäft. Im Geschäftsbericht 2016 kündigte der Vorstand des Wiesbadener Kohlefaserunternehmens an, sich zukünftig auf die beiden Bereiche Composites – Fibers & Materials sowie Graphite Materials & Systems konzentrieren zu wollen.

 

SGL CFL CE GmbH  Wiesbaden
Tätigkeitsfeld: Graphitprodukte
Investor: Triton Beratungsgesellschaft GmbH
Volumen: 250 Mio. EUR (Mehrheitsbeteiligung)