Private Equity-Häuser setzen verstärkt auf Buy and Build

Private Equity-Häuser setzen verstärkt auf Buy and Build
Private Equity-Häuser setzen verstärkt auf Buy and Build
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Wachstum beschleunigen, Qualität verbessern und in neue Größenordnungen aufsteigen: Buy and Build gilt für immer mehr Finanzinvestoren als Königsweg, um ansehnliche Wertsteigerungen zu realisieren. Kein Wunder ist es da, dass der Wettbewerb härter wird und systematische Strategien bis hin zu immer längeren Add-on-Ketten zusätzlich an Bedeutung gewinnen.

Wenn ein Unternehmen auf die Herstellung von Schneckenpumpen spezialisiert ist, muss das nicht bedeuten, dass es langsam vorangeht. Die Pumpenfabrik Wangen, deren Produkte unter anderem in der Pharma-, Lebensmittel- und Getränkeindustrie gefragt sind, findet dafür schon jetzt weltweit Kunden. Bald dürften es noch sehr viel mehr werden. Denn kürzlich hat der Private Equity-Investor Silverfleet Capital die Mehrheit an dem 1969 gegründeten Unternehmen übernommen. Er will die Pumpen aus dem Allgäu nun auch in anderen Industrien etablieren und das internationale Wachstum forcieren. Buy to Build nennt Silverfleet diese Strategie, und das heißt: Schneller wachsen durch Investitionen in Produkte, Kapazitäten, Mitarbeiter – oder auch durch Folgeakquisitionen.

Wachsen in neue Dimensionen

Kaufen, um zu wachsen, ist grundsätzlich ein Ziel von Private Equity. Immer mehr Fonds bevorzugen heute allerdings eine noch eindeutigere Ausrichtung ihrer Strategie. Sie setzen auf dem Weg zur Größe von vornherein dezidiert auf Folgeakquisitionen. „Buy and Build“ heißt die Devise, die vor allem in fragmentierten Märkten starkes Wertsteigerungspotenzial verspricht. Am Anfang steht die Investition in eine eher größere Firma als Plattform, an die dann durch Zukäufe kleinere Firmen angedockt werden. Die Add-ons ermöglichen nicht nur die schnelle Ausbreitung in neue Märkte, Produktkategorien und Regionen, sondern auch das Wachstum in eine neue Dimension, die wiederum höhere Bewertungen verspricht. Schneller, besser, größer: Das klingt verführerisch, und es gibt gerade im aktuellen Marktumfeld gute Gründe, sich auf solche Einkaufstouren zu begeben. Einen davon nennt eine Studie von Fitch-Ratings zur Entwicklung am europäischen Buyout-Markt im ersten Halbjahr 2017. Demnach legen Finanzinvestoren einen anhaltend starken Fokus auf Buy and Build-Strategien, weil sie lieber in kleine Unternehmen in Branchen mit großem Wachstumspotenzial und starken Cashflows investieren als in hoch bewertete Firmen mit eher moderaten Umsatz- und Gewinnperspektiven.

Keine Erfolgsgarantie

Doch warum wollen gerade jetzt plötzlich alle eine Buy and Build-Strategie verfolgen? Zum einen schüren die Erwartungen der Investoren der Fonds den Trend. Sie glauben daran, dass Private Equity-Manager das Wachstum durch Add-ons mit einem Mehr an Qualität verbinden und so besonders attraktive Renditen erzielen können. Laut dem jüngsten Global Private Equity Barometer von Coller Capital sind zwei Drittel der Limited Partner überzeugt: Die wachsende Zahl der Plattform-Deals spiegelt die weiter zunehmende Fähigkeit von Private Equity wider, Wertzuwachs durch operative Verbesserungen zu erzielen. Nur ein Drittel sieht in dem Trend einfach nur einen Reflex auf hohe Marktpreise. Dennoch gibt es bei aller Hochachtung vor den Fähigkeiten der Branche keine Erfolgsgarantie. „Eine stark wachsende Zahl von Private Equity-Fonds setzt auf Buy and Build. Die meisten investieren jedoch opportunistisch in Plattformen und vernachlässigen tiefgreifende Branchenanalysen ebenso wie klare Strategien für die Build-Phase“, sagt Dr. Ingo Krocke, Managing Partner bei Auctus Capital Partners. Die Beteiligungsgesellschaft investiert vorrangig in das Wachstum von Unternehmen mit 10 Mio. EUR bis 100 Mio. EUR Umsatz.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des VentureCapital Magazins.