SoftBank steigt bei Auto1 ein

Der japanische Mischkonzern SoftBank investiert über seinen Technologiefonds Vision Fund 460 Mio. EUR in Berliner Gebrauchtwagen-Plattform Auto1.
Der japanische Mischkonzern SoftBank investiert über seinen Technologiefonds Vision Fund 460 Mio. EUR in Berliner Gebrauchtwagen-Plattform Auto1.
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Der japanische Mischkonzern SoftBank beteiligt sich laut Medienberichten mit seinem Technologiefonds SoftBank Vision Fund mit 460 Mio. EUR an der Berliner Gebrauchtwagenplattform Auto1. Die Finanzierung für den deutschen Online-Autohändler ist nach Medienangaben eines der bislang größten Investments des 93 Mrd. USD schweren Investitionsvehikels, das von der SoftBank und ihrem Gründer Masayoshi Son verwaltet wird und an dem die Regierungen von Saudi-Arabien und Abu Dhabi maßgeblich beteiligt sind.

Die Auto1 Group bewertet und kauft Gebrauchtwagen und verkauft sie zu einem höheren Preis an Autohändler weiter. Auf den Websites von Auto1 – die bekannteste in Deutschland ist Wirkaufendeinauto.de – können Nutzer ihr gebrauchtes Auto erst im Netz und dann bei einem Auto1-Händler bewerten lassen. Ein Kauf erfolgt laut Unternehmensangaben direkt und völlig unkompliziert durch Auto1, ohne zeitaufwändige Vor-Ort-Auktionen, ohne Mindestabnahmemengen sowie ohne Provisionen und versteckte Gebühren. Das Berliner Start-up bietet seinen Partner-Händlern nach eigenen Angaben einen konstanten Fahrzeugbestand von über 20.000 geprüften Gebrauchtwagen an und täglich kommen laut des Start-ups mehr als 3.000 neu vorgestellte Gebrauchtwagen hinzu. Nach Medienangaben verkauft das Auto-Start-up derzeit mehr als 40.000 Autos pro Monat an Autohändler weiter. An der Handelsmarge verdient das Unternehmen.

Auto1 zweitwertvollstes Unicorn in Europa hinter Spotify

Mit den neuen Investment ist Auto1 nach Medienberichten nun mit 2,9 Mrd. EUR bewertet und damit das zweitwertvollste Unicorn in Europa hinter dem Online-Musikportal und Musikstreaming-Dienst Spotify. Gerüchte über eine mögliche Beteiligung der Japaner an dem Berliner Start-up gab es laut Bloomberg bereits im November vergangenen Jahres. Das Investment ist eine der größten Finanzierungen, die jemals in der deutschen Start-up-Szene getätigt wurden. Der Berliner KFZ-Händler hatte erst im Mai 2017 360 Mio. EUR von  verschiedenen Investoren wie Baillie Gifford & Co., Princeville Global und Target Global eingenommen. Bei dieser Finanzierungsrunde wurde das Start-up noch mit 2,5 Mrd. EUR bewertet.

Softbank übernimmt ein Fünftel der Anteile an Auto1

Nach Informationen der Financial Times übernimmt Softbank für sein 460 Mio. EUR-Investment ein Fünftel der Anteile an Auto1. Nach Medienberichten soll die Hälfte der Investition durch die Ausgabe neuer Aktien erfolgen. Größte Anteilseigner bleiben dem Vernehmen nach die beiden deutschen Gründer Hakan Koç und Christian Bertermann. In den Aufsichtsrat des Start-ups soll nun auch ein Vertreter von Softbank einziehen. Das junge Unternehmen hatte erst Ende 2016 den amtierenden Siemens-Aufsichtsratsvorsitzenden Gerhard Cromme als Chef des Auto1-Aufsichtsrats verpflichtet.

Der Softbank-Konzern ist derzeit einer der aktivsten und kapitalkräftigsten Tech-Investoren der Welt. Erst Ende Dezember hatten sich die Japaner mit rund 8,7 Mrd. USD beim Fahrdienst Uber eingekauft.

AUTO1.com GmbH   Berlin
Tätigkeitsfeld:
KFZ-Handel
Investor: SoftBank Group Corp/SB Investment Advisers via SoftBank Vision Fund
Volumen: 460 Mio. EUR (Wachstumsfinanzierung)