Künstliche Intelligenz: Verschiedene Einsatzbereiche in der Medizintechnik

Künstliche Intelligenz: Verschiedene Einsatzbereiche in der Medizintechnik
Künstliche Intelligenz hilft beispielsweise bei der Auswertung von CT- und MRT-Bildern.
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Die Radiologie arbeitet bereits mit künstlicher Intelligenz (KI). Selbstlernende Algorithmen vereinfachen die Auswertung von Aufnahmen und ermöglichen im Idealfall schnellere Befunde – und damit die Entlastung der Ärzte. Und Radiologen sind nicht die einzigen in der Medizintechnik, die profitieren können. Start-ups haben für verschiedene Einsatzbereiche in Kliniken und Operationssälen Geschäftsmodelle auf KI-Basis entwickelt. Der 11. Medtech-Radar beschreibt, welche Potenziale künstliche Intelligenz in der Gesundheitsvorsorge hat.

„Die Medtech-Branche befindet sich durch die Digitalisierung, die Veränderungen im Klinikmarkt und neue regulatorische Anforderungen in einem dramatischen Umbruch“, sagt Joachim Schmitt, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Medizintechnologie. Unternehmen müssen sich seiner Ansicht nach vom reinen Produktlieferanten zum Lösungsanbieter wandeln. „Dafür müssen sie sich gegenüber Start-ups und ihrer digitalen Expertise stärker öffnen.“ Große Chancen für die Medizintechnik bietet künstliche Intelligenz. Verschiedene Start-ups entwickeln Geschäftsmodelle auf Basis selbstlernender Algorithmen. Die Technologien zielen auf unterschiedliche Einsatzbereiche ab. Ein Feld, in dem KI bereits häufig genutzt wird, ist die Radiologie. Auf MRT-Bilder konzentriert sich auch das Geschäftsmodell der 2018 gegründeten mediaire GmbH. Das Start-up analysiert die Bilder mit Hilfe von KI – beispielsweise bei Patienten mit Alzheimer. Die Lösung soll das Gehirnvolumen nach der Aufnahme im MRT automatisch messen. Radiologen sollen die quantitative Auswertung der Hirnsegmente zeitnah erhalten. Nach nur zehn Minuten soll den Arzt außerdem eine Diagnose zum Grad der Erkrankung erreichen.

Medizintechnik digital und intelligent machen

Andere Start-ups setzen abseits der Radiologie an: Die ApoQlar GmbH kombiniert CT- und MRT-Bilder mit Mixed Reality-Technologie und KI. Die Virtual Surgery Intelligence der Firma soll Chirurgen helfen, Pathologien und Frakturen leichter zu erkennen. Die Magnosco GmbH will mit lernenden Algorithmen die Krebsdiagnose vereinfachen. Das Start-up hat sich auf nicht-invasive Hautkrebsfrüherkennung fokussiert – mittels KI-basierter Dermatofluoroskopie. Einen anderen Ansatz im Bereich Medizintechnik verfolgt die GWA Hygiene GmbH. Das Start-up hat das NosoEx-System entwickelt. Die Mischung aus Hard- und Software soll Krankenhauskeime bekämpfen. Sensorbasiertes Monitoring, das im Sommer mehrere Geldgeber überzeugt hat: Der High-Tech Gründerfonds (HTGF) und die MIG Verwaltungs AG beteiligten sich gemeinsam mit Business Angels. „Neue Produkte, die ein Problem in der Gesundheitsversorgung lösen und sich gleichzeitig in bestehende Systeme integrieren lassen, haben eine gute Ausgangsposition für den Weg in die Routineanwendung“, erklärt Anke Caßing, Investmentmanagerin des HTGF. Gemeinsam mit der Beteiligungsgesellschaft Earlybird Venture Capital, dem Kommunikationsdienstleister Biocom und der Wirtschaftsfördergesellschaft Germany Trade & Invest haben HTGF und der Bundesverband Medizintechnologie die Potenziale digitaler und intelligenter Anwendungen für die Medizintechnik detailliert im 11. Medtech-Radar dargestellt. Der Medienservice skizziert die Gesundheitsbranche der Zukunft.