Baustellen digitalisieren: 1,8 Mio. EUR für Münchner Start-up

Baustellen digitalisieren: 1,8 Mio. EUR für Münchner Start-up
Prozesse auf Baustellen digitalisieren und Projekte effizienter machen: Das will die Software Capmo leisten.
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Capmo ist eine Produktivitätssoftware für die Bauindustrie. Die Lösung digitalisiert Prozesse auf Baustellen – Ziel ist es, die Branche effizienter zu machen. Das Münchner Start-up hinter der Technologie sichert sich in der Seed-Runde 1,8 Mio. EUR. UVC Partners und HW Capital beteiligen sich.

Es ist nicht nur der unfertige Berliner Flughafen: 80% aller Bauprojekte in Deutschland liegen über dem Budget. 60% werden zu spät oder mit erheblichen Mängeln fertig. Gründe dafür sind schnell gefunden: ineffizientes Projektmanagement auf den Baustellen und mangelnde Dokumentation. „Bauprojekte sind fehleranfällig, was unter anderem auf die geringe Digitalisierung zurückzuführen ist. Viel läuft heute noch über Fax oder Diktiergerät“, erklärt Florian Biller. Tatsächlich belegt die Bauindustrie in Sachen Digitalisierung im Branchenranking den vorletzten Platz – nur Jagd und Fischerei stehen noch schlechter da. Dieses Problem will Biller angehen. Mit drei Mitstreitern hat er die Pave Group GmbH gegründet. Das Münchner Start-up vertreibt Capmo – eine Software, die Prozesse auf Baustellen digitalisieren will. Die Technologie ist laut Machern leicht und intuitiv zu bedienen. Sie erfasst Baupläne digital und stellt diese anschließend angemeldeten Geräten zur Verfügung: dem Computer, Laptop oder über eine App dem Smartphone. Alle Beteiligten der Baustelle werden eingeladen, Aufgaben entsprechend unter ihnen verteilt. Fotos können im Idealfall gespeichert und automatisch im Bauplan verortet werden. Über diese Tools soll Capmo die Zusammenarbeit auf Baustellen fördern, aber auch den Überblick über das Projekt insgesamt sichern und Mängel dokumentieren. Capmo hat bereits 50 Kunden aus der Branche, unter anderem das Münchner Hilton Hotel. Die Software wird auch bei der Renovierung des Oberpollinger-Kaufhauses sowie einiger Filialen von Aldi oder Rossmann genutzt. Generell richtet sich die Technologie an Architekten für private Bauvorhaben, aber auch Bauträger. Diese können sie für Großvorhaben einsetzen.

Effizientere Baustellen: Markt mit Wachstumspotenzial

„Bauprojekte könnten bis zu 40% produktiver sein“, ist sich auch Dr. Ingo Potthoff sicher. Der Managing Partner der Unternehmertum Venture Capital Partners GmbH (UVC Partners) sieht in dem Markt enormes Wachstumspotenzial. Gemeinsam mit der HW Capital GmbH beteiligt sich UVC Partners an der Produktivitätssoftware für Baustellen: 1,8 Mio. EUR erhalten die Münchner in der Seed-Runde. Potthof: „Wir freuen uns, das Wachstums mit unserer Expertise in B2B-Geschäftsmodellen sowie unserem Branchennetzwerk zu unterstützen.“ Dass die Baubranche in Sachen Digitalisierung anderen Industrien hinterherhinkt, haben auch weitere Gründerteams erkannt: ToolSense beispielswiese will Baumaschinen intelligent vernetzen. Im Oktober hat sich das Start-up einen sechsstelligen Betrag gesichert. Oder synavision: Anfang Dezember erhielt das Unternehmen eine Finanzierung für seine Software zum Qualitätsmanagement in der Gebäudetechnik.

Pave Group GmbH, München
Tätigkeitsfeld: Software für die Bauindustrie
Investoren: Unternehmertum Venture Capital Partners GmbH, HW Capital GmbH
Volumen: 1,8 Mio. EUR (1. Finanzierungsrunde)