Pflegeplatzmanager GmbH: Digitale Plattform revolutioniert das Entlassmanagement im Krankenhaus

Innovatives Gesundheits-Start-up aus Thüringen

Pflegeplatzmanager GmbH: Digitale Plattform revolutioniert das Entlassmanagement im Krankenhaus
Pflegeplatzmanager GmbH: Digitale Plattform revolutioniert das Entlassmanagement im Krankenhaus
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Bildnachweis: ©DC Studio – stock.adobe.com.

Patienten von der Klinik in die Pflege und Reha überzuleiten kann sehr aufwendig sein. Nicht für die Pflegeplatzmanager: Das 2018 gegründete Thüringer Start-up expandiert derzeit deutschlandweit. Für ihre innovative Lösung, Nachversorgungskapazitäten effizient und transparent über eine digitale Plattform zu vermitteln, haben die beiden Gründer bereits mehrere Preise abgeräumt. Die Perspektiven stehen weiter auf Wachstum: Im August hat die bm-t beteiligungsmanagement thüringen gmbh als Lead Investor in einem Konsortium eine erneute Finanzierungsrunde im einstelligen Millionenbereich zugesagt.

Wie schwierig es sein kann, Betroffenen den richtigen Pflegeplatz zu vermitteln, wissen Alexander Bauch und Chris Schiller aus eigener Erfahrung nur zu gut. Die Geschäftsführer der Pflegeplatzmanager GmbH waren beide selbst einmal Leiter von Pflegeeinrichtungen. „Das Klinikpersonal führt bis zu 40 Anrufe, bis ein passender Platz gefunden ist“, sagt Schiller. Bei den Pflegeeinrichtungen sei es ähnlich: „Da stehen die Angehörigen manchmal in Tränen aufgelöst vor deiner Tür. Dann fällt es umso schwerer, ihnen zu sagen, dass man keine Kapazitäten mehr frei hat.“

Ausbau des Engagements in Etappen

Weil sie am Markt keine geeignete Lösung für das Problem fanden, entschlossen sich die beiden Gründer, selbst etwas zu unternehmen. Ende 2017 traten Schiller und Bauch bei einem Gründungswettbewerb auf und lernten dort das Management der bm-t kennen. Diese entschied sich für eine kleine Startfinanzierung im sechsstelligen Bereich. „Die beiden sind sehr zielstrebig und wissen genau, wovon sie sprechen. Das hat uns überzeugt“, sagt Karin Rabe, Senior-Investmentmanagerin der bm-t. Im Februar 2018 kam es zur Gründung; nur drei Monate später hatten Schiller und Bauch ihren ersten Prototyp in Form einer funktionsfähigen Software entwickelt. Während einer dreimonatigen Pilotphase mit 13 Kliniken und 300 stationären Einrichtungen in Sachsen wurden Kontakte geknüpft und der Markteinstieg vorbereitet. Im September 2018 warben die beiden eine weitere Finanzierungsrunde im sechsstelligen Bereich von der bm-t ein, an dem sich auch die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Thüringen und die Treuenburg Group beteiligten. In den folgenden Monaten bauten die Jungunternehmer ihren Personalstamm auf und das Netzwerk aus. „Das operative Geschäft liegt in den Händen der Geschäftsführung, aber bei Themen wie Personalführung, Abrechnung oder Rechtliches haben wir unser Wissen eingebracht“, erläutert Rabe.

Mancherorts bereits über 90% Marktabdeckung

Nach einer weiteren Finanzierungsrunde im Jahr 2019 ist das Unternehmen mit 31 Mitarbeitenden an den Standorten Greiz und Jena erfolgreich am Markt tätig. Zu den Kunden zählen 183 Krankenhäuser und Rehakliniken. Der Netzwerkaufbau im Bereich Reha ist gerade angelaufen. In der Pflege liegt die Marktabdeckung mancherorts bereits bei über 90%, wie zum Beispiel in Baden-Württemberg, Sachsen oder Schleswig-Holstein. „Unabhängig von der Kundenabdeckung bieten wir unseren Kliniken die Möglichkeit, über 91% der Nachversorger aus dem Pflegebereich und 95% der Rehaeinrichtungen über die Plattform zu kontaktieren“, sagt Schiller. Das Thüringer Start-up arbeitet ganz ohne Scoring-Algorithmen: „Für uns steht das Wunsch- und Wahlrecht des Patienten an erster Stelle“, so Schiller. Die Anwender seien zudem zufrieden, weil sie durch die Plattform unter anderem Zeit sparen.

Ausblick

Mit dem jüngsten Finanzierungspaket unter Beteiligung der Altgesellschafter und von drei neuen erfahrenen Business Angels wollen die Pflegeplatzmanager ihre B2B-Plattform weiter ausbauen und insbesondere auch Kostenträger wie Kranken- und Pflegekassen hinzugewinnen. Darüber hinaus planen sie, das B2C-Segment zu erschließen und ihr Geschäft zu internationalisieren. „Unser Ziel ist es, unser Netzwerk immer engmaschiger zu stricken“, betont Schiller. „Es geht uns um eine flächendeckende Lösung.“