Jena: Thüringens Hotspot für Hightech-Start-ups

Wissenschaft trifft auf Unternehmertum

Dr. Oliver Pänke, Randolf Margull (v.l.n.r.)
Dr. Oliver Pänke, Randolf Margull (v.l.n.r.)

Bildnachweis: © Friedrich-Schiller-Universität Jena, Technologie- und Innovationspark Jena.

Jena gehört zu den zehn wichtigsten Start-up-Metropolen Deutschlands – das befindet die Internet-Plattform „Top 50 Start-ups“. Diese Position im Ranking ist durchaus keine Überraschung, sondern entspricht den positiven Entwicklungen in Thüringen und insbesondere in Jena. In der innovativen und forschungsstarken Hochburg hat sich eine lebhafte Gründerszene entwickelt, deren Strahlkraft herausragt.

Die Jenaer Start-ups agieren im Bereich der Deeptech, vornehmlich in den Themen IoT, KI-Lösungen, Mobility, New Materials, Greentech, Life Sciences und Spacetech. Dank der starken lokalen Netzwerke wirkt die Bandbreite der Themenfelder ideenstiftend für das gesamte Gründungsökosystem in Thüringen. So findet sich neben den klassischen Technologiegründungen eine Vielzahl an Gründungsaktivitäten gerade in Bereichen von technologischen Schnittstellen, die auf die Verknüpfung unterschiedlichster Themenfelder zielen. Die Handlungsfelder der Jenaer Start-ups reflektieren hierbei die Diversität des verarbeitenden Gewerbes in Thüringen und die Spezialisierungen der Thüringer Forschungseinrichtungen.

Katalysator für Gründungspotenziale

Generell wirken die engen Kontakte zwischen Thüringer Unternehmen sowie den Hochschulen und Forschungseinrichtungen mit ihren spezifischen Unterstützungsangeboten als Katalysatoren für die Generierung neuer Gründungspotenziale. So verzeichnet Thüringen im Vergleich der Bundesländer regelmäßig eine Spitzenposition beim Anteil der Gründungen mit großem wirtschaftlichem Potenzial. Dies spiegelt sich beispielsweise im überdurchschnittlich hohen Anteil bei den Hoch- und Spitzentechnologiegründungen sowie den konstant zahlreichen Patentanmeldungen: Mit 28 deutschen Anmeldungen pro 100.000 Einwohnern wartet das Land auf.

Vernetzung aller Akteure – Schlüssel zum Erfolg

Ideen treffen in Jena auf genau das richtige Netzwerk von Wissenschaft, Unternehmen, Kapitalgebern, Gründerzentren und vielen anderen Gründern, um reifen und sich entwickeln zu können. Für jede Phase ihrer Unternehmensentwicklung finden Gründer den idealen Ansprechpartner. Das macht Jena zu einer spannenden Start-up-Metropole. 

Thüringens bedeutendster Wissenschaftscampus

Deutlich wird das Zusammenspiel der Akteure wird am Beispiel der jungen Unternehmensgründung Robust AO, einer Ausgründung aus dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik. Das motivierte Gründerteam um Claudia Reinlein erfuhr eine umfassende Unterstützung durch den Jenaer Digital Innovation Hub Photonics und den K1-Gründungsservice der Universität Jena. Finanziert wurde das Team unter anderem von der Exist-Initiative des BMWK und der Beteiligungsgesellschaft des Freistaates Thüringen. In der Standortgemeinschaft des Gründerzentrums auf dem Beutenberg-Campus – dem bedeutendsten Wissenschaftscampus Thüringens – fand das Team eine erste Adresse und genau die richtigen Räumlichkeiten für das angestrebte Unternehmenswachstum. Für die Akteure im Bereich der Transferförderung ist es eine gemeinsame Mission, Ideen aus der Forschung zu identifizieren, sie auf ihre Tragbarkeit für eine Gründung zu analysieren, sie „flügge“ werden zu lassen, sie finanziell abzusichern und in einem der Gründerzentren anzusiedeln, um sie dort wachsen zu lassen.

Fazit

Auf dem Beutenberg-Campus arbeiten fünf der insgesamt elf Forschungseinrichtungen im Bereich Optik und Fotonik. Sowohl hier als auch an der Universität und in den gewachsenen Technologieunternehmen besteht noch jede Menge Potenzial für neue marktfähige Ideen. Doch nicht jede Unternehmensgründung kann sich in Jena ansiedeln – dafür reicht der Platz im Saaletal nicht aus. So wirkt Jena wie ein Katalysator auf die Region.

Über die Autoren:
Dr. Oliver Pänke leitet den Servicebereich Transfer des Servicezentrums Forschung und Transfer an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Randolf Margull ist Geschäftsführer des Technologie- und Innovationsparks Jena.