Die Zeit ist reif

Deutsche E Metalle AG (DEM): Zugang zu kritischen Rohstoffen

Micha Zauner (DEM AG) & Marina Heimann (Business Angel)
Micha Zauner (DEM AG) & Marina Heimann (Business Angel)

Bildnachweis: Deutsche E Metalle AG.

Kupfer, Lithium und seltene Erden sind die unsichtbaren Motoren unserer modernen Welt. Während die Nachfrage nach ihnen explodiert, bedroht Chinas Marktdominanz in Zeiten störungsanfälliger Lieferketten zunehmend Europas Wettbewerbsfähigkeit. Ein deutsches Bergbau-Start-up bietet Unternehmen mit Exploration und Sicherung kritischer Rohstoffe die Chance zur frühzeitigen Diversifikation – und Investoren den Einstieg in eine neue Rohstoffära.

Innerhalb der Metalle gelten sie als strategische Schlüsselstoffe: Kupfer (elektrifiziert), Lithium (speichert) und die Gruppe der seltenen Erden (ermöglichen Innovationen). In
der Praxis entscheidet ihre Verfügbarkeit weltweit über das Vorankommen der digitalen und industriellen Transformation, damit auch über das Gelingen der Klimawende und die nationale Verteidigungsfähigkeit – entsprechend rasant steigt die globale Nachfrage. Wirklich selten sind die speziellen Rohstoffe nicht, doch ihre Erschließung dauert in der Regel Jahre und ihr nachhaltiger Abbau und die Weiterverarbeitung sind meist aufwendig und kostenintensiv. Genau deshalb gelten sie als kritische Rohstoffe: unverzichtbar für eine Volkswirtschaft, aber schwierig zu beschaffen – und von Ländern ohne eigene Vorkommen auch nicht mehr beliebig zu importieren, seit die globalen Lieferketten im Zuge der jüngsten Handelskonflikte störungsanfällig geworden sind. In dieser Situation präsentiert sich die 2021 in Dresden gegründete Deutsche E Metalle AG (DEM) als deutscher Pionier, der die Diversifikation der Lieferketten und somit die langfristige Versorgungssicherheit Europas mit hochwertigen kritischen Rohstoffen vorantreibt. „Dafür engagieren wir uns entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Exploration neuer Lagerstätten über den Aufbau und Betrieb von Bergwerken bis hin zur kapitalmarktfähigen Strukturierung von Projekten“, umreißt CEO Dr. Micha Zauner das Leistungsspektrum des jungen Unternehmens. „Auch vermitteln wir passende Industriepartner für die Weiterverarbeitung der gewonnenen Rohstoffe.“

Europas Aufgabe: Rohstoffabhängigkeit verringern

Der Krieg in der Ukraine sowie der aktuelle geopolitische Wettstreit zwischen den USA und China haben das europäische Bewusstsein für die Risiken von Rohstoffabhängigkeiten geschärft. „Aktuell dominiert die Volksrepublik die Wertschöpfungsketten“, so Zauner. „Bei
seltenen Erden verfügt Peking faktisch über ein globales Monopol, bei Lithium hängt Europa zu rund 90% von chinesischer Verarbeitung ab, und selbst auf die Raffination von Kupfer hat China wesentlichen Einfluss.“ Laut einer Studie von BDI und Roland Berger würde ein plötzlicher Exportstopp für Lithium aus China die deutsche Wirtschaft beispielsweise bis zu 115 Mrd. EUR an Wertschöpfung kosten. Zwar hat die EU-Kommission mit dem Critical Raw Materials Act (CRMA) im vergangenen Jahr erstmals verbindliche Ziele, Fristen und Pflichten zur Rohstoffregulierung und -sicherung auf europäischer Ebene geschaffen. In den USA ist man jedoch bereits einen Schritt weiter. „Dort agieren die größten Tech-Unternehmen nicht mehr nur als Abnehmer seltener Erden, sondern sie gestalten als Investoren eine neue Industriepolitik mit, die Bergbau, Recycling, Fertigung und Verteidigung verknüpft“, berichtet Zauner. Er wünscht sich diese Entwicklung auch für Europa und Deutschland: „Eine besser investierte Resilienzprämie lässt sich kaum vorstellen.“

Showcase: „Grünes“ Lithium aus Argentinien

Deutsche E Metalle AG (DEM)
Deutsche E Metalle AG (DEM)

Seit 2022 erschließt die DEM gemeinsam mit der US-amerikanischen Lithium Mining Corporation (LMC) ein rund 70.000 Hektar großes Lizenzgebiet im sogenannten Lithiumdreieck Argentiniens. Einen entscheidenden Meilenstein hat das Pilotprojekt im Carachi-Blanco-Salzbecken jüngst erreicht: Erste Bohrungen haben vielversprechende
Rohstoffgehalte ergeben. Bei anhaltend positiver Projektentwicklung sollen ab 2030 jährlich rund 30.000 Tonnen Lithiumkarbonat in Batteriequalität produziert werden – genug, um die Ausstattung von bis zu 1 Mio. deutscher Elektrofahrzeuge pro Jahr zu sichern. „Es war bisher vielleicht bequemer und günstiger, in China einzukaufen – Rohstoffallianzen mit weiteren Partnern sind aber essenziell, um den europäischen Zugang zu den strategischen Mineralien langfristig zu wahren. Argentinien ist hierfür ideal: Es bietet politische Stabilität, weitläufige Flächen und beste geologische Voraussetzungen“, so Zauner. „Nicht zuletzt liegt Lithium hier in Sole vor – die Natur hat also den energie- und emissionsintensivsten Schritt der Verarbeitung über Millionen Jahre selbst erledigt. Unter Einsatz von Drohnen und der ressourcenschonenden Direct Lithium Extraction (DLE)-Technik hat unser Projekt dort deutlich bessere ESG-Perspektiven als klassische Festgesteinsprojekte in Europa.“ Das bisher benötigte Kapital stammt aus Fördergeldern und der privaten Eigentümerschaft der DEM. Im nächsten Schritt sollen strategische Investoren in einer Series B-Finanzierungsrunde eingebunden werden, um insbesondere die nun anstehende Machbarkeitsstudie zu finanzieren. „Unternehmen können ihre Versorgungsrisiken bei kritischen Rohstoffen mindern und ihrer Lieferkettensorgfaltspflicht nachkommen, indem sie früh in die Erschließung strategischer Metalle durch einen europäischen Player wie die DEM investieren“, erklärt Marina Heimann. Die erfahrene Strategieberaterin aus der deutschen Bergbauregion Sachsen begleitet das Unternehmen als Fachbeirätin – und ist zugleich selbst investiert. „Ob heute Lithium oder künftig Kupfer und seltene Erden: Die Arbeit der DEM reicht weit über die klassische Exploration hinaus. Das Unternehmen verbindet technologische Innovation, nachhaltige Produktion und strategische Rohstoffsicherung. Dadurch ermöglicht es nicht nur zahllose Anwendungen von der Hightech-Batterie bis zur Militärtechnologie, sondern eröffnet ganz neue Dienstleistungs- und Wertschöpfungsmodelle.“