
Bildnachweis: CorTec.
Die Freiburger CorTec GmbH hat die zweite Implantation ihres Brain-Computer-Interface-Systems Brain Interchange™ im Rahmen einer von der FDA genehmigten klinischen Studie erfolgreich abgeschlossen. Der Eingriff erfolgte Anfang Februar am Harborview Medical Center in Seattle (USA) und baut auf den vielversprechenden Ergebnissen des ersten Studienteilnehmers auf.
Die Studie wird unter einer Investigational Device Exemption (IDE) der FDA durchgeführt. Geleitet wird sie von Dr. Jeffrey G. Ojemann, MD, University of Washington School of Medicine, gemeinsam mit Professor Steven C. Cramer von der University of California, Los Angeles. Ziel ist es, erste Sicherheitsdaten zu erheben und zu untersuchen, ob eine gezielte elektrische Stimulation der Großhirnrinde die motorischen Funktionen der oberen Extremitäten bei Schlaganfallpatienten verbessern kann. Gefördert wird das Programm durch die National Institutes of Health (NIH). „Der Eingriff verlief reibungslos, und der Patient erholt sich wie erwartet“, sagte Dr. Martin Schüttler, CTO von CorTec. „Nachdem ich nun zum zweiten Mal die Implantation unseres BCIs vor Ort begleiten durfte, ist es inspirierend zu sehen, wie nahtlos unsere Teams bei CorTec und UW Medicine zusammenarbeiten. Diese Art klinischer und technischer Forschungskooperation ist entscheidend, um solche Verfahren sicher durchführen zu können. Mit jedem Schritt gewinnen wir wertvolle Erkenntnisse, die unser Vertrauen in die Zukunft dieser Technologie weiter stärken.“
Neurologische Zugewinne
Bereits beim ersten Patienten wurden deutliche Rehabilitationsfortschritte und neurologische Zugewinne beobachtet. Das vollständig implantierbare System, das in Deutschland entwickelt und gefertigt wurde, ist für therapeutische Closed-Loop-Anwendungen konzipiert. Es erfasst neuronale Aktivität kontinuierlich und mit hoher Präzision und liefert darauf basierend in Echtzeit gezielte elektrische Stimulation. Ziel ist es, die Neuroplastizität zu fördern und verlorene Funktionen wiedererlernbar zu machen. „Das Ergebnis dieser zweiten Implantation ist sehr ermutigend und wir freuen uns über die kontinuierliche Genesung des Teilnehmenden. Die deutlichen Rehabilitationsfortschritte und relevanten neurologischen Zugewinne, die wir bei unserem ersten Studienteilnehmer unter Verwendung des CorTec-BCI-Systems beobachten konnten, haben uns zu diesem nächsten Schritt geführt. Jeder Eingriff hilft uns, sichere klinische Verfahren für diese neuartige Neurotechnologie weiter zu verfeinern und ihr Potenzial zur Verbesserung der Behandlungsergebnisse für Patienten in der Zukunft zu untersuchen“, kommentierte Jeffrey G. Ojemann, MD.
Meilenstein für CorTec-Technologie
Nach zwei erfolgreichen Operationen sollen weitere Teilnehmende in die Studie eingeschlossen werden, um zusätzliche Erkenntnisse zu neuronalen und verhaltensbezogenen Veränderungen zu gewinnen. Die Plattform kombiniert Ingenieurwissenschaften, Neurophysiologie und maschinelles Lernen, um personalisierte Neuromodulationstherapien zu ermöglichen und die Rehabilitation zu beschleunigen. „Diese zweite Implantation ist ein bedeutender Meilenstein für unsere Technologie und den Fortschritt unseres klinischen Entwicklungsprogramms“, sagte Dr. Frank Desiere, CEO von CorTec. „Noch wichtiger ist, dass wir damit dem Ziel näherkommen, das Potenzial einer neuen Klasse von Therapien zu realisieren, die die Behandlungsergebnisse für Patienten mit neurologischen Erkrankungen nachhaltig verbessern könnten. Gleichzeitig schaffen wir die Grundlage für die nächste Phase der klinischen und technologischen Entwicklung.“ CorTec wurde 2010 in Freiburg gegründet und ist auf aktive implantierbare Technologien und BCI-Systeme spezialisiert. Zum Investorenkreis zählen unter anderem High-Tech Gründerfonds, KfW, K&SW Invest, LBBW Venture Capital, Mangold Invest, M-Invest und Santo Venture Capital.



