Bildnachweis: netfiles GmbH.
Eine neue Trendstudie von netfiles zur Datensouveränität in deutschen Unternehmen zeigt: 67% bewerten Datensouveränität als hochrelevant, doch 60% nutzen US-Anbieter. Zudem setzen die meisten Unternehmen auf E-Mail, wenn es um den Versand vertraulicher Daten geht. Befragt wurden 122 Unternehmen mit Sitz in Deutschland nach ihrem Verständnis von Datensouveränität sowie deren Umgang damit, sprich der vollständigen Kontrolle über vertrauliche Daten – von der Erhebung über die Speicherung bis zur Weitergabe.
VC Magazin: In Ihrer aktuellen Studie zeigt sich, dass 60% der Befragten vom Begriff Datensouveränität eine klare Vorstellung haben, die übrigen eher ein grobes Verständnis. Wie bewerten Sie dieses Ergebnis – sollte die Zahl jener mit klarer Vorstellung nicht deutlich höher liegen bei einem so wichtigen Thema?
Reininger: Das überrascht mich – aber leider nicht allzu sehr. In der Praxis erleben wir, dass viele Unternehmen erst dann verstehen, was Datensouveränität wirklich bedeutet, wenn ein Schaden entstanden ist: ein Datenleck, eine DSGVO-Abmahnung, oder eine Due Diligence, bei der sensible Unternehmensdaten über unsichere Kanäle geteilt wurden. Gerade in M&A-Prozessen ist das existenziell. Wer in solchen Momenten keine Kontrolle über seine Daten hat, riskiert den gesamten Deal.
VC Magazin: Als hochrelevant für das eigene Unternehmen stufen Datensouveränität nur 36% der Befragten ein, 33% sehen eine mittlere Relevanz. Warum fallen diese Zahlen Ihrer Meinung nach so niedrig aus, wieso fehlt es den Unternehmen so sehr an einem Bewusstsein für die Bedeutung vertraulicher Daten – obwohl es immer wieder Medienberichte über Datendiebstahl in Unternehmen gibt?
Reininger: Gute Frage! Schließlich geht es bei Datensouveränität ja nicht um ein Nice-to-have. Wenn Unternehmen nicht die volle Kontrolle über ihre Daten haben, entstehen reale Schäden: Vertragsbruch, Industriespionage, Behördenauflagen. Wir sehen das regelmäßig in Due Diligence-Prozessen, wo Investoren gezielt prüfen, wie ein Unternehmen mit sensiblen Daten umgeht. Unternehmen, die hier nicht vorbereitet sind, verlieren Deals – oder werden mit einem deutlichen Abschlag bewertet. Datensouveränität ist längst ein harter Wettbewerbsfaktor.
VC Magazin: Ein weiteres wichtiges Ergebnis der Studie sind Sicherheitslücken beim Datentausch. Welche Rückmeldun- gen haben Sie hierzu von den Unternehmern erhalten?
Reininger: Beim Datenaustausch mit Externen setzen die befragten Unternehmen am häufigsten E-Mails mit Anhängen ein; intern steht der Austausch via E-Mail auf Platz zwei. Damit ist E-Mail das größte Datenschutz- und Sicherheitsrisiko, das viele Unternehmen freiwillig eingehen – und zwar täglich. Gerade wenn in M&A-Prozessen Bilanzen, Bewertungsgutachten oder Gesellschafterverträge als Anhänge versandt werden, ist das fahrlässig. Solche Dokumente können abgefangen oder weitergeleitet werden oder durch einfache Fehler an falsche Empfänger gelangen. Dabei lassen sich diese Risiken mit einem professionellen virtuellen Datenraum ganz einfach vermeiden: Granulare Zugriffsrechte, Verschlüsselung, ein revisionssicheres Protokoll und viele weitere Funktionen sorgen dafür, dass der Unternehmer jederzeit die volle Kontrolle über seine Dokumente behält und genau weiß, wer welches Dokument wann gesehen hat.
VC Magazin: Deutlich wurde auch, dass mehr als 60% auf US-Anbieter setzen, allen voran Microsoft. Wie ordnen Sie diese Zahl ein, welche Gefahren sehen Sie?
Reininger: Diese Zahl sollte jeden Geschäftsführer aufrütteln. Wer Microsoft SharePoint oder Google Drive nutzt, muss wissen: US-Anbieter unterliegen dem Cloud Act. Das bedeutet, die US-Regierung kann Zugriff auf Daten verlangen – auch wenn diese auf Servern in Deutschland liegen. Das ist keine Theorie, das ist geltendes Recht. In Zeiten geopolitischer Unsicherheit ist das ein inakzeptables Risiko für Unternehmen mit vertraulichen Transaktionsdaten. Der einzig wirksame Schutz: ein Anbieter mit Hauptsitz in Deutschland oder der EU, ohne US-Muttergesellschaft – wie netfiles.
VC Magazin: netfiles bietet einen virtuellen Datenraum – eine sichere Lösung für den Datenaustausch. Dennoch setzen nur 6% der Befragten auf virtuelle Datenräume. Der Großteil setzt auf Clouds und E-Mails mit Anhängen. Welche Vorteile bringt ein virtueller Datenraum?
Reininger: Stellen Sie sich vor, eine Due Diligence läuft – und Sie können nicht nachvollziehen, wer wann welche Dokumente gesehen hat. Oder ein sensibler Vertrag wurde versehentlich an den falschen Empfänger weitergeleitet. Genau für diese Situationen gibt es den netfiles Deal Room. Er bietet granulare Zugriffsrechte, automatische Verschlüsselung, eine Schwärzungsfunktion, einen strukturierten Q&A-Prozess – und ein lückenloses, revisionssicheres Protokoll jeder Aktion. Alles DSGVO-konform, zertifiziert nach ISO 27001, BSI C5, SOC 2 – und komplett ohne Abhängigkeit von US-Anbietern.
VC Magazin: Was sollte eine Datenaustauschlösung aus Ihrer Sicht unbedingt bieten – was raten Sie Unternehmern, die sich dafür interessieren?
Reininger: Mein wichtigster Rat: Achten Sie nicht nur auf Features – achten Sie auf den Anbieter dahinter. Datensouveränität ist kein Software-Problem, es ist ein Vertrauensproblem. Fragen Sie sich, wer Ihre M&A-Transaktion am besten begleitet: ein US-Konzern, dessen Interessen möglicherweise mit Ihren kollidieren? Oder ein rein deutsches Unternehmen, das seit 25 Jahren ausschließlich in diesem Bereich tätig ist, mit Entwicklung und Servern in Deutschland, und das vollständige DSGVO-Compliance bietet? Wer seine Kunden schon seit so vielen Jahren bei ihren M&A-Transaktionen und der Due Diligence unterstützt, versteht deren Herausforderungen bestens. Diese Erfahrung schlägt sich natürlich in den Funktionen und der Gestaltung des Datenraums nieder. Ich lade jeden Unternehmer ein, netfiles kostenlos zu testen und sich selbst ein Bild zu machen.
VC Magazin: Vielen Dank für das Gespräch.
Über den Interviewpartner:
Patrick Reininger ist seit Januar 2026 zweiter Geschäftsführer der netfiles GmbH. Mit mehr als 25 Jahren Erfahrung in digitaler Wertschöpfung, Unternehmensaufbau und Führung verantwortet Reininger seit 1. Januar 2026 die Bereiche Marketing und Vertrieb bei netfiles.



