Bildnachweis: Limetax.
Limetax (Berlin) vereint moderne Steuerkanzleien in einer Gruppe und implementiert eine eigens entwickelte KI-Plattform. Dafür hat das Unternehmen 36 Mio. EUR eingesammelt: Das Eigenkapital führt Motive Partners an, beteiligt sind außerdem Activant, Heliad und Angel-Investoren um den ehemaligen Bundesfinanzminister Christian Lindner; dazu kommt eine Finanzierungslinie eines Konsortiums deutscher Banken.
Das junge Unternehmen hat 36 Mio. EUR eingeworben: sechs Mio. EUR im Rahmen einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde unter Führung von Motive Partners mit Activant und Heliad sowie eine Finanzierungslinie über 30 Mio. EUR von einem Konsortium deutscher Banken. Weiterhin beteiligten sich Business Angels wie Ex-Bundesfinanzminister Christian Lindner, der frühere Rocket-Internet-Vorstand und 468-Capital-Mitgründer Alexander Kudlich sowie die Gründer des Fintech-Unicorns Moss, Anton Rummel und Ante Spittler. Acht Monate nach dem Start im Januar 2026 ist die Limetax-Gruppe bereits auf vier Kanzleien mit sieben Standorten und rund 150 Mitarbeitern angewachsen; der annualisierte Umsatz liegt im zweistelligen Millionenbereich.
Limetax adressiert strukturelle Herausforderungen
Fast 54.000 Steuerberatungskanzleien betreuen den deutschen Mittelstand. Viele von ihnen suchen dringend Fachkräfte, während sich das Steuerrecht fortlaufend verändert und zunehmend komplexer wird. Gleichzeitig entfällt ein großer Teil der Arbeitszeit auf Routineaufgaben: Daten zusammentragen, Buchungen erstellen, Fristen bearbeiten. Für die eigentliche Beratung der Mandanten bleibt dadurch oft keine Zeit.
Genau hier setzt Limetax an: nicht als weiteres Software-Tool, sondern als Gruppe, die Partnerschaften mit Steuerberatungskanzleien eingeht und eigene Technologie direkt in deren Arbeitsabläufe integriert. Die von Limetax entwickelte agentische Plattform setzt auf DATEV auf und orchestriert spezialisierte KI- Agenten für Buchhaltung, Abschlüsse und Lohn. Die KI-Agenten übernehmen Routineaufgaben, während die Ergebnisse über eine Prüfebene laufen, auf der die Fachkräfte der Kanzlei kontrollieren und ihre fachliche Einschätzung einbringen. Die persönliche Beratung der Mandanten bleibt damit in der Hand der Fachkräfte. „Unser Berufsstand steht vor der größten Veränderung, die ich in meiner Laufbahn erlebt habe. Die Chancen sind enorm, aber für eine einzelne Kanzlei ist es kaum möglich, die dafür notwendige Technologie selbst zu entwickeln“, so Uwe Tille (bplus). „Mit Limetax können wir diese Entwicklung aktiv mitgestalten. Technologie nimmt uns immer mehr Routinearbeit ab und schafft dadurch mehr Zeit für unsere Mandanten. Genau dort wollen wir als Steuerberater unsere Zeit verbringen.“

Erste Buchhaltungen zeigen das Potenzial: Durch den Einsatz der KI-Agenten reduzierte sich der monatliche Bearbeitungsaufwand von rund zwanzig auf sechs Stunden. Für die Mitarbeitenden bedeutet das weniger manuelle Belegerfassung und mehr Zeit für die Mandatsarbeit. Mandanten profitieren von schnelleren Abschlüssen und davon, dass ihre Beraterinnen und Beratern sie bei Fragen unterstützen, die KI heute nicht beantworten kann.
Erfahrendes Team als Schlüssel
Hinter Limetax stehen Christoph Gamon, Maximilian Meyer und Christoph Dansard. Gamon war Mitgründer und CFO der Razor Group, die er Presseberichten zufolge auf über 500 Millionen US-Dollar Umsatz skalierte; zuvor arbeitete er als Vorstandsassistent bei Rocket Internet und im Investment Banking bei UBS in London. Meyer war im Founding Team der Razor Group und verantwortete als SVP Operations mehr als 100 Mitarbeiter, davor Lazard und N26. Dansard war Founding Engineer beim FinTech-Einhorn Augustus (vormals Ivy). Im Berliner Team arbeiten Entwickler sowie Alumni von Taxfix, McKinsey, EY, Buena, Raisin und ETL. „Die Zukunft der Steuerberatung entsteht nicht durch ein weiteres KI-Tool. Sie entsteht, wenn man Kanzleien und Technologie von Grund auf zusammendenkt. Genau das tun wir bei Limetax: Gemeinsam mit unseren Kanzleien bauen wir eine Gruppe, in der unsere agentische Plattform zum technologischen Rückgrat der täglichen Arbeit wird. So schaffen wir mehr Raum für das, was Menschen besser können – unternehmerisch denken, komplexe Fragen lösen und Mandanten persönlich beraten“, so Christoph Gamon (Mitgründer & CEO, Limetax).
„Professional Services gehören zu den größten Branchen, deren Potenzial durch KI gerade erst erschlossen wird. In der Steuerberatung ist nicht die Nachfrage der Engpass, sondern die verfügbare Kapazität“, erklärt Michael Hock (Partner Venture, Motive Partners). „Limetax baut Technologie dort, wo die Arbeit tatsächlich stattfindet – gemeinsam mit den Kanzleien und tief integriert in ihre täglichen Abläufe. Die Verbindung aus Technologiekompetenz und fachlicher Expertise hat das Potenzial, eine neue Generation von Steuerberatung aufzubauen.“
Der Beitrag ist zunächst bei unserem Schwesterverlag StartingUp erschienen.



