Private Equity Holding AG (Ausgabe 6/2003)

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Gefallener Börsenliebling

Die Private Equity Holding (PEH) war vom Bankhaus Vontobel initiiert und am 18. Januar 1999 an die Börse geführt worden. Während der Boomphase der neuen Märkte wurden zeitweise über 80 % Prämie auf den inneren Wert einer PEH-Aktie bezahlt. Ganz dem Stil der Zeit folgend setzten die Schweizer stark auf Venture Capital-Zielfonds und kalkulierten aus bestehenden Partnerships schnelle Kapitalrückflüsse ein. Ein Blick in das „alte“ Portfolio weist nicht weniger als 90 Fondsbeteiligungen und 35 Direktinvestments (darunter Nordsee Holding und Autobahn Tank&Rast) auf. Angesichts einer so starken Diversifizierung bezweifelte mancher Beobachter, ob PEH eine Überrendite über dem Marktdurchschnitt erwirtschaften könne.

Zahlungsverpflichtungen und Schulden abgebaut
Doch statt mit mehr oder weniger guter Performance mußte sich der Dachfonds mit wesentlich fundamentaleren Problemen befassen. Unter der neuen Verwalterin Swiss Life mußten 325 Mio. CHF Fremdkapital aufgenommen werden, um Schlimmeres zu verhindern. Nach einigen kleineren Fortschritten gelang im Mai 2003 der Befreiungsschlag: ein Private Equity-Fonds der CSFB übernahm per 31. März 2003 Fondsbeteiligungen im Wert von 616 Mio. CHF und offene Commitments von 305 Mio. CHF. Bei PEH verbleibt ein schuldenfreies Portfolio im Wert von 268 Mio. CHF bei noch 59 Mio. CHF offenen Kapitalzusagen. Ein Besserungsanspruch, der im inneren Wert von CHF 60 je Aktie per 31. März 2003 nicht enthalten ist, sichert PEH einen Anteil an Gewinnen aus dem verkauften Portfolio. Nach wie vor bleibt PEH mit 60 % Depotanteil VC-lastig. Mit 25 % ist der Anteil der Direktinvestments für einen Dachfonds recht hoch. Die restlichen 15 % entfallen auf Balanced- und Buy-out-Fonds. Die Verwaltungskosten, berechnet auf Basis der „neuen“ PEH, betragen ca. 1,9 % des Nettovermögens pro Jahr, zuzüglich einer Performance-Fee von 10 % nach 6 % p.a. Mindestverzinsung.

Fazit:
Wer den kapitalmarktseitig eingebauten Risikoabschlag von rund 65 % auf den inneren Wert (ohne Besserungsanspruch) für sich nutzen mag, um in ein risiko-, aber auch chancenreiches Portfolio einzusteigen, sollte sich intensiver mit der PEH-Aktie befassen. Da der Fonds ein Evergreen ohne Laufzeitbeschränkung ist, wollen Ein- und Ausstieg wohl gewählt sein und bestimmen letztlich die Rendite.

Volker Deibert

Private Equity Holding AG, www.peh.ch
Volumen (Mio. Euro) 180,0 in 4,36 Mio. Aktien
Minimum/Stückelung (Euro) ca. 15/ca. 15 (= je eine Aktie)
Rendite-Quotient* 87,67%
Investment-Thema VC-, BO- und Balanced-Fonds und Direktbet. in Westeuropa, USA und Israel
Anzahl Portfolioges. ca. 500 indir. und 35 dir. Beteiligungen

 

*) Die Kennzahl „Rendite-Quotient“ gibt denjenigen Anteil der Bruttogewinne des Dachfonds an, der nach Abzug von Agio, Verwaltungsvergütung, Gewinnbeteiligung und sonstigen Verwaltungskosten beim Anleger verbleibt (vor Steuern). Hierzu werden die Emittentenangaben herangezogen, ein planmäßiges Fondsvolumen und ein typischer Verlauf unterstellt und die internen Zinsfüße des Netto- und des Brutto-Zahlungsstroms ins Verhältnis gesetzt. Ziel ist die Messung, in welchem Umfang der Anleger am Bruttoergebnis des Fonds teilnimmt.