Marble House Nordic Secondary Fund

Reise in den hohen Norden

Für Privatanleger ist Europas Norden noch ein Geheimtipp. Es ist ein durchaus attraktives Investitionsgebiet, obwohl oder vielleicht gerade weil sich alles auf Zentraleuropa konzentriert. Mit dem aktuellen Fonds des Hamburger Initiators Marble House Capital können private Investoren erstmals einen reinrassigen Skandinavien-Fonds zeichnen. Die Einstiegshürde von 25.000 EUR zuzüglich 5% ist vergleichsweise hoch. Umgekehrt gilt aber: Der Fonds spricht die professionelleren Investoren unter den Privaten an. Das Zielvolumen des Fonds, das schon bis Ende Juni 2011 erreicht sein soll, beträgt 30 Mio. EUR. Der Gesellschaftsvertrag sieht eine Laufzeit bis Ende 2017 vor. Sie kann aber verlängert werden, wenn der Zielfonds bis dahin noch nicht beendet ist. Parallel läuft ein Private Placement für Investoren, die mindestens 200.000 EUR anlegen. Die Investitionsquote des Retailfonds liegt bei 86,34% des Fondsvolumens inklusive Agio.

Icecapital will 150 Mio. EUR investieren

Der deutsche Feederfund beteiligt sich an dem institutionellen Icecapital Nordic Secondary Fund, der Ende 2010 aufgelegt wurde und ein Volumen von 150 Mio. EUR anstrebt. Icecapital wird Anteile an Secondary-Fonds erwerben, die ihrerseits in Schweden, Norwegen, Finnland und Dänemark investiert sind. Auf diese Weise soll ein Portfolio mit mittelbaren Beteiligungen an 100 bis 300 mittelständischen Unternehmen aufgebaut werden. Als Investment Advisor hat die 1999 gegründete Icecapital-Gruppe den renommierten Manager Auda Private Equity engagiert. Zum Zeitpunkt der Prospekterstellung hat der Icecapital-Dachfonds für den Marble House-Fonds noch keine Investitionen getätigt (Blindpool).

Kleinere Deals im Fokus

Weil Icecapital den Markt für kleinere Transaktionen vernachlässigt sieht, strebt der Secondary-Fonds laut Prospekt Deals in der Größenordnung von 5 bis 25 Mio. EUR an. Abweichungen davon sind gestattet, ebenso Primärinvestments im Rahmen von „Stapled Secondaries“ sowie Koinvestments. Eine Ertragserwartung auf Zielfonds- und Feederfund-Ebene hat der Initiator im Prospekt nicht genannt. Über die letztlich investierenden Zielfonds gehen die Anleger ein indirektes Währungsrisiko etwa gegenüber den nordischen Kronen ein. Marble House erhält eine jährliche Vergütung von 0,95% des Kommanditkapitals. Der 7,5%ige Carried Interest steht dem Initiator nach Berücksichtigung der Hurdle Rate von 8% zu.

Auda ist das Zugpferd

Marble House wurde 2005 gegründet und hat zunächst professionelle Investoren beraten. Diese haben sich laut Prospekt mit 172 Mio. USD an den Fonds Auda Capital IV Co-Investment und Carlyle Partners V beteiligt. Seit 2007 hat der Initiator zwei Fonds aufgelegt. Einer konnte wegen der Finanzkrise das Zielvolumen von 100 Mio. EUR nur zu einem Drittel erreichen, der andere hat das Target von 50 Mio. EUR fast verdoppelt. Beide Fonds haben schon Auszahlungen getätigt. Dieser frühe Return ist bei Retailfonds eher ungewöhnlich. Der Track Record von Icecapital ist im Prospekt leider nicht dargestellt; hierzu wird auf Auda verwiesen. Der Investment Advisor kann laut Marble House im Sekundärmarktgeschäft eine seit 1992 erzielte Rendite von 25% p.a. (IRR) vorweisen.

Fazit:

Das im Platzierungsmarkt sehr ruhig agierende Emissionshaus verfolgt konsequent einen gemeinsamen Weg mit Auda – durchaus mit Erfolg, wie die ersten Ergebnisse zeigen. Prospekt und Emissionshaus sind überzeugend. Das Fondskonzept ist interessant und attraktiv, weil es mit Kompetenz nicht das Standardprogramm in Europa und den USA fährt.           

Alexander Endlweber

Marble House Nordic Secondary Fund
Zielvolumen:     30 Mio. EUR zzgl. Agio
Laufzeit:           31.12.2017
Investitionsthema: Skandinavien
Internet:            www.marblehouse.com