Unternehmensbeteiligungen – ein Gewinn für beide Seiten

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Welche Alternativen bieten sich also an? Eine Möglichkeit sind Private Equity-Investments. Hinter dem englischsprachigen Begriff aus der Finanzwelt verbirgt sich Eigenkapital, das private oder institutionelle Anleger Unternehmen in Form einer aktiven oder stillen Beteiligung zur Verfügung stellen. Stille Beteiligungen gewähren Investoren lediglich einen Anteil am laufenden Unternehmensgewinn. Aktive Beteiligungen beinhalten zusätzlich ein Mitspracherecht bei Unternehmensentscheidungen.

Unternehmensbeteiligungen bieten gegenüber klassischen Bankkrediten viele Vorteile

Unternehmensbeteiligungen sind in vielen Ländern längst Standard. Das zeigt, dass es sich dabei um alles andere als eine unerprobte Variante der Kapitalbeschaffung handelt. Vielmehr sind die Vorteile gegenüber herkömmlichen Bankkrediten kaum zu übersehen. Beteiligungskapital ist nicht nur deutlich flexibler und schneller verfügbar. Es belastet auch nicht die Bilanz – im Gegenteil. Da das Geld üblicherweise als Unternehmensbeteiligung zur Verfügung gestellt wird, gilt es als Eigenkapital. Infolge von Unternehmensbeteiligungen erhöht sich also die Eigenkapitaldecke des Unternehmens und der gesamte Unternehmenswert steigt.

Nicht immer ist die Verzinsung Hauptinvestitionsgrund

Neben dem rein finanziellen Aspekt bieten aktive Beteiligungen zudem die Chance, von der Arbeitskraft und dem Know-how des Geldgebers zu profitieren. Auch für die Unternehmensnachfolge kann ein aktiver Investor eine Lösung sein. Insbesondere, weil ein zuvor aktiv beteiligter Nachfolger bereits Gelegenheit hatte, die Firma kennenzulernen und sich einzuarbeiten. Entscheidend dabei ist jedoch, dass der Unternehmer handlungsfähig bleibt und seine Unabhängigkeit wahrt. Was eine Beteiligung für Geldgeber interessant macht, sind vor allem die soliden Erträge aus der Realwirtschaft, die besonders in Zeiten historisch niedriger Zinsen auf risikoarme Kapitalanlagen überaus attraktiv sind.

Tendenzen und Herausforderungen für den Beteiligungsmarkt in Deutschland

Aktuell hinkt die Private-Equity-Entwicklung in Deutschland noch hinterher. Von den 40 Mrd. EUR Beteiligungskapital, das 2010 in Europa vermittelt wurde, entfiel nur 0,5 Mrd. EUR auf die Bundesrepublik. Der Bedarf ist also längst noch nicht gedeckt. Vor dem Hintergrund der abnehmenden Banken-Bereitschaft zur Kreditvergabe und den oft unflexiblen Darlehenskonditionen ist damit zu rechnen, dass Unternehmensbeteiligungen künftig auch bei uns an Bedeutung gewinnen werden.

Fazit

Eine wesentliche Herausforderung auf diesem Weg ist es, den Vermittlungsmarkt zu professionalisieren, damit Geldgeber und Unternehmen besser zusammenfinden. Auch Vorbehalte und mangelndes Wissen gegenüber Beteiligungen gilt es abzubauen. Denn längst nicht alle Investoren sind „Heuschrecken“. Vielfach sind die Geldgeber ebenfalls in der mittelständischen Wirtschaft zu Hause, zuweilen sogar in der eigenen Branche. Der Kapitalgeber für eine Unternehmensbeteiligung ist also in vielen Fällen der Unternehmer von nebenan.