Neuer Gesellschafter bei der Langendorf GmbH

Die NRW.BANK verkauft ihre Beteiligung an dem Nutzfahrzeuge-Hersteller Langendorf aus Waltrop an die polnische Unternehmensgruppe Wielton weiter.
Die NRW.BANK verkauft ihre Beteiligung an dem Nutzfahrzeuge-Hersteller Langendorf aus Waltrop an die polnische Unternehmensgruppe Wielton weiter.
<

Die NRW.Bank verkauft ihre Beteiligung an dem Nutzfahrzeuge-Hersteller Langendorf aus Waltrop an die polnische Unternehmensgruppe Wielton weiter. Die Förderbank für Nordrhein-Westfalen war seit 2013 über den NRW.Bank.Spezialfonds beteiligt und sicherte damit die Restrukturierung und das Wachstum des Produzenten für Spezialfahrzeuge wie Kippsattelauflieger, Glas- und Betoninnenlader und Tiefladeanhänger.

Die 1889 gegründet, ist das Unternehmen in Waltrop beheimatet. Rund 275 Mitarbeiter produzieren im Jahr über 950 Fahrzeuge. Das Produktprogramm umfasst dabei Innenlader für den Transport von Fertigelementen aus Beton, Ziegel oder Holz sowie Innenlader für Flachglas. Ebenfalls gehören Sattelkipper mit Stahl- oder Aluminiummulde, Kippaufbauten für Motorwagen, Tieflader-Anhänger und Tieflader-Sattelauflieger zum festen Produktprogramm. Darüber hinaus werden in Waltrop verschiedenste Spezialaufbauten nach Kundenspezifikationen entworfen und hergestellt. Ebenfalls zum Unternehmensverbund gehören die Langendorf Service GmbH, in der alle Wartungen und Reparaturen gebündelt werden, sowie die Langendorf Trading GmbH. Hier erfolgen die europaweite Vermarktung von Gebrauchtfahrzeugen und die Vermietung. Langendorf ist nach ISO 9001 ff zertifiziert und stellt durch umfangreiche Prüfprozesse sowie ständige Fort- und Weiterbildung aller Mitarbeiter die gleichbleibend hohe Qualität des Unternehmens sicher.

Geschäftsführende Gesellschafter bleiben beteiligt

Das börsennotierte polnische Unternehmen Wielton SA übernimmt 80% der Anteile der Langendorf GmbH. Die verbleibenden 20% werden weiterhin durch den geschäftsführenden Gesellschafter der Langendorf GmbH, Dr. Klaus Strautmann, gehalten. Die Anteilsübernahme durch den strategischen Investor beinhaltet ebenfalls die Tochtergesellschaften der Langendorf GmbH. Hierzu zählen die Langendorf Service GmbH, die Langendorf Trading GmbH und die Langendorf Service Potsdam GmbH. Die rechtskräftige Übernahme hängt von der Genehmigung der Kartellbehörden ab.

Keine personellen Veränderungen geplant

Durch die Übernahme laut Unternehmensangaben sind keine personellen Veränderungen bei Langendorf geplant. Die bisherige Belegschaft wird beibehalten und in Zukunft weiter ausgebaut. Auch der Standort sowie das bisherige Produktprogramm soll ohne Veränderungen weitergeführt werden. Auch der Markenname „Langendorf“ und das bekannte Kippermännchen-Logo sollen unverändert beibehalten werden. Der perspektivisch geplante Umzug an einen neuen Standort wird von dem neuen Mehrheitsgesellschafter laut des Unternehmens begrüßt und ausdrücklich unterstützt.

Expansion mit neuem Gesellschafter

Mit dem neuen Gesellschafter will der Nutzfahrzeuge-Hersteller aus Waldrop in Kürze zusätzliche Produkte und Dienstleistungen anbieten. Weitere Synergie-Effekte sollen sich aus dem gemeinsamen Einkauf sowie der Markenpräsenz der beiden Unternehmen ergeben. Das starke Vertriebsnetz von Wielton in den osteuropäischen Ländern soll nach Angaben des Unternehmens die Expansion von Langendorf unterstützen. Langendorf plant, die internen Strukturen den neuen Gegebenheiten und erweiterten Möglichkeiten anzupassen und den Vertrieb personell wie qualitativ weiter ausbauen. Auch soll die Präsenz der Wielton-Produkte durch den Vertrieb von Langendorf in Westeuropa und Übersee gestärkt werden.

Der neue Mehrheitsgesellschafter Wielton SA mit Sitz in Wieluń ist der größte polnische Hersteller von Sattelanhängern, Anhängern und Fahrzeugkarosserien. Das seit 2007 an der Warschauer Börse notierte Unternehmen gehört nach eigenen Angaben zur Gruppe der drei größten Hersteller in dieser Branche in Europa und weltweit zu den Top 10. Die Wielton-Gruppe verfügt über zwei Produktionszentren in Polen und Frankreich sowie zwei Montagewerke inItalien und Russland und beschäftigt rund 2.000 Menschen. Ende 2016 gründete Wielton eine Tochtergesellschaft in der Elfenbeinküste, wo das Unternehmen nach eigenen Angaben als erster europäischer Hersteller eine Sattelanhänger- und Anhängerbauproduktion aufbauen will. Die Produkte von Wielton werden in 35 Ländern vertrieben. Kunden des Unternehmens sind Transport-, Bau-, Produktions-, Vertriebs- und Landwirtschaftsbetriebe. Dank eines weitverzweigten Vertriebsnetzes bewegen sich laut des Unternehmens über 75.000 Sattelanhänger und Anhänger des Unternehmens auf den europäischen Straßen. Aktuell können Kunden Fahrzeuge aus 15 Fahrzeuggruppen wählen, die in über 800 Konfigurationen verfügbar sind. Im Jahr 2016 eröffnete Wielton ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in Wieluń. Das Diagnosezentrum mit Hydropulsprüfstand und Zeitrafferbelastungsstation ist einzigartig in Polen. In ganz Europa gibt es nur noch ein weiteres ähnliches Zentrum für die Prüfung von ganzen Sattelanhängern, um den kompletten Lebenszyklus eines Fahrzeuges unter Laborbedingungen in kürzester Zeit abzubilden.

Restrukturierung nach Unternehmenskrise

Die NRW.Bank war seit der Insolvenz des Unternehmens im Jahr 2013 gemeinsam mit den Geschäftsführern Klaus Strautmann und Jens Daniel mit dem NRW.Bank.Spezialfonds an dem Unternehmen beteiligt. Mit dem Spezialfonds hat die Förderbank für Nordrhein-Westfalen die Gesellschaft unterstützt, die Unternehmenskrise der insolventen Vorgängergesellschaft zu meistern. Während der Restrukturierungszeit wurden große Teile der Beschaffung, der Organisation und der Produktion optimiert, wodurch wieder positive Ergebnisse erzielt wurden. Auch konnte die Liquiditätslage und bilanzielle Struktur auf ein stabiles Fundament gestellt werden, wodurch das Unternehmen und die Arbeitsplätze gesichert wurden.

Langendorf GmbH   Waltrop
Tätigkeitsfeld:
Nutzfahrzeuge
Investor: NRW.Bank via NRW.Bank.Spezialfonds
Volumen: nicht veröffentlicht (Trade Sale)