SHS beteiligt sich an Herzklappenreparatur-Start-up CoreMedic

Der Tübinger Investor SHS Gesellschaft für Beteiligungsmanagement steigt beim Schweizer Herzklappenreparatur-Start-up CoreMedic ein.
Der Tübinger Investor SHS Gesellschaft für Beteiligungsmanagement steigt beim Schweizer Herzklappenreparatur-Start-up CoreMedic ein.
<

Die Tübinger SHS Gesellschaft für Beteiligungsmanagement steigt beim Herzklappenreparatur-Start-up CoreMedic ein. Das Start-up möchte mit seinen minimalinvasiv einzusetzenden Reparatursets zur Behandlung von Herzklappenerkrankungen die Behandlung von Patienten mit Mitralklappeninsuffizienz entscheidend verbessern. Der Kapitalgeber investiert dafür Mittel aus seinem 125 Mio. EUR schweren vierten Fonds, um das Wachstum sowie die klinische Verwendung der Produkte von CoreMedic voranzutreiben. Weitere finanzielle Details wurden nicht bekanntgegeben.

Das Medizintechnik-Unternehmen CoreMedic wurde 2012 in Bern im klinischen Umfeld gegründet. Das Unternehmen mit Niederlassungen in Biel in der Schweiz und in Tübingen ist auf die Entwicklung von medizinischen Geräten und Therapien für die Behandlung von Erkrankungen der Herzklappen spezialisiert.

Rund 20.000 Herzklappen-Operationen jährlich in Deutschland

Herzklappenerkrankungen wie Mitralklappeninsuffizienz oder Mitralinsuffizienz sind eine der häufigsten Ursachen für Herzfehler. Aufgrund von Klappenfehlern werden alleine in Deutschland rund 20.000 Operationen jährlich durchgeführt. Die aktuell gängigste Behandlungsmethode ist dabei die Operation am offenen Herzen. Das Schweizer Start-up CoreMedic hat eine neue Methode entwickelt, die nach Aussage des Unternehmens leichter durchführbar ist und weniger Belastung für den Patienten bedeutet. Das Mitralklappen-Reparatursystem des Start-ups fokussiert sich auf die minimal-invasive, transfemorale Reparatur der Mitralklappe am schlagenden Herzen. Mit seinem neuen medizinischen Produkt möchte CoreMedic die Behandlung von Patienten mit Mitralklappeninsuffizienz entscheidend verbessern. Eine Behandlung mit „minimalinvasiv einzusetzende Reparatursets ChordArt™“ stelle laut des Medtech-Unternehmens einen vergleichsweise geringen invasiven Eingriff dar und erlaubt deshalb auch die Therapie von Patienten, für die eine schwierige und belastende Operation am offenen Herzen nicht in Frage kommt. Minimalinvasiv, über die Oberschenkelschlagader werden Implantate zum Herzen geführt und an den Herzklappen angebracht. Die Implantatmethode zur Behandlung von Mitralinsuffizienz hinterlässt laut des Unternehmens nur kleinste Spuren und fügt sich nahtlos in die natürliche Anatomie des Herzens ein.

Humanklinische Verwendung ab 2018

Laut des Investors würden präklinische Studien zeigen, dass das junge Life Sciences-Unternehmen das Potenzial habe, die Behandlung von strukturellen Herzerkrankungen entscheidend zu beeinflussen. Die Methode des Start-ups eröffne Ärzten und Patienten neue Chancen. Weltweit könnten damit nach Angaben des Start-ups Millionen von betroffenen Patienten besser behandelt werden. Nach Angaben des Investors gibt es weltweit einen Milliardenmarkt für diese Technik. CoreMedic will das frische Kapital für die Weiterentwicklung seiner ChordArt-Technologien nutzen. Die erste humanklinische Verwendung ist laut des Unternehmens für 2018 vorgesehen ebenso wie die Durchführung einer klinischen Studie zur Zulassung des Produktes in Europa (CE-Kennzeichnung).

Aktueller Fonds SHS IV investiert in 12 bis 15 Unternehmen

Die 1993 gegründete SHS Gesellschaft für Beteiligungsmanagement investiert in Medizintechnik- und Life-Science-Unternehmen mit Fokus auf Expansionsfinanzierungen, Gesellschafterwechsel und Nachfolgesituationen. Derzeit investiert der Kapitalgeber mit seinem aktuellen Fonds SHS IV, der in 12 bis 15 Unternehmen investieren soll.  Mit einem Gesamtvolumen von 125 Mio. EUR konzentriert sich der vierte SHS-Fonds auf Expansionsfinanzierungen, Gesellschafterwechsel und Nachfolgesituationen in den Bereichen Medizintechnik- und Life-Science. Dabei geht SHS sowohl Minderheits- als auch Mehrheitsbeteiligungen ein. Das Eigenkapital-Investment beträgt bis zu 20 Mio. EUR. Transaktionen im mittleren zweistelligen Millionenbereich können laut des Kapitalgebers gemeinsam mit einem Netzwerk von Ko-Investoren umgesetzt werden. In den kommenden Monaten plant der Tübinger Investor nach eigenen Angaben weitere Übernahmen und Beteiligungen in der Medizintechnik- und Life-Science-Branche in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Neben CoreMedic ist der Tübinger Investor im Kardiologie-Bereich auch am Wiener Medizintechnikunternehmen Miracor Medical Systems und dem Laser-Katheter-Hersteller Vimecon beteiligt.

CoreMedic AG   Biel/Bienne (CH)
Tätigkeitsfeld:
Medizintechnik
Investoren: SHS Gesellschaft für Beteiligungsmanagement mbH via SHS IV
Volumen: nicht veröffentlicht (1. Finanzierungsrunde)