Dezentrale Datenbanken sollen Anwendern mehr Kontrolle ermöglichen

Dezentrale Datenbanken sollen Anwendern mehr Kontrolle ermöglichen
Das Start-up Haja Networks will über dezentrale Datenbanken die Kontrolle der eigenen Daten sicherstellen.
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Haja Networks bekommt eine Kapitalspritze: Creathor Ventures, Outlier Ventures, Polychain Capital und BigchainDB investieren in das Start-up. Das Team um die Gründer Samuli Pöyhtäri und Vesa-Ville Piiroinen entwickelt Open Source-Protokolle, über die dezentrale Datenbanken aufgebaut werden sollen.

Herkömmliche Datenbanken sind zentralisiert. Ihre Struktur hat mitunter eine negative Auswirkung: Kontrollverlust über personenbezogene Angaben. Diesem Problem will Haja Networks Oy begegnen. Das Start-up entwickelt zwei komplementäre Open Source-Protokolle. Diese sollen es möglich machen, dezentrale Datenbanken aufzubauen. Zum einen arbeitet das Team an einem dezentralen Datenbankprotokoll: Der Anwender soll in Besitz seiner Angaben bleiben und diese immer unter Kontrolle haben. Die Technik ist mit bestehenden Datenbanken integrierbar. Sie kann an das dezentrale Web angebunden werden und erlaubt Interoperabilität zwischen strukturierten Quellen. Zweite Lösung ist ein dezentrales Datenbanknetzwerk: eine Art Marktplatz. Unterschiedliche Anbieter erhalten Gelegenheit, ihre Software zu monetarisieren indem datengetriebene Unternehmen Zugang zu ihren Diensten bekommen. Das Haja Networks Gründerteam hat Erfahrung: Piiroinen hat Datenbank- und Sicherheitslösungen für Unternehmen entwickelt. Pöyhtäri ist ehemaliger IPFS-Entwickler. Das InterPlanetaryFileSystem ist ein Protokoll zum Teilen und Speichern von Hypermedien im verteilten Dateisystem. Der CEO hat zudem OrbitDB entwickelt, eine Peer to Peer-Datenbank für das dezentrale Web.

Dezentrale Datenbanken ergänzen bestehende Anwendungen

Haja Networks arbeitet mit der BigchainDB GmbH zusammen. Das Unternehmen erweitert Datenbanken um Blockchain-Elemente. Der Partner hat nun auch in das Start-up investiert. Außerdem gibt es frisches Wagniskapital von der Creathor Venture Management GmbH, der Outlier Ventures Operations Ltd. und Polychain Capital. Pöyhtäri ist sicher, dass diejenigen, die heute das dezentrale Web aufbauen, mit den bestehenden Anwendungen scheitern werden. „Aber mit dem Wissen, dem Netzwerk und den handelnden Personen bei unseren Investoren sind wir zuversichtlich, dass wir unsere Vision umsetzen können, ein grundlegender Bestandteil des neuen dezentralen Webs zu werden.“ Bei Outlier Ventures sieht man die Interoperabilität als eigentliche Herausforderung. Lösungen wie dezentrale Datenbanken von Haja Networks seien vielversprechend „in einer Welt voller leistungsfähiger Anwendungen mit großer Nutzerfreundlichkeit“.

Haja Networks Oy, Oulu (FIN)
Tätigkeitsfeld: Datenbanken
Investoren: Creathor Venture Management GmbH, Outlier Ventures Operations Ltd., Polychain Capital, BigchainDB GmbH
Volumen: nicht veröffentlicht (1. Finanzierungsrunde)