Mikrochips mit Siliziumkarbid effizienter fertigen: Start-up bekommt sechsstelligen Betrag

Mikrochips mit Siliziumkarbid effizienter fertigen: Start-up bekommt sechsstelligen Betrag
In den kommenden Jahren wird das Material Siliziumkarbid an Bedeutung gewinnen – besonders für die Produktion von Mikrochips mit hohen Spannungsklassen: Stromtrassen, Züge, Elektroautos, Ladestationen, Photovoltaik- und Windkraftanlagen. Hier setzt das Geschäftsmodell von mi2-factory an.
<

Mi2-factory entwickelt und vertreibt eine Fertigungstechnologie für die Produktion von Mikrochips – basierend auf dem Grundmaterial Siliziumkarbid. Die Lösung richtet sich an Kunden aus der Leistungshalbleiterindustrie. Das Jenaer Start-up sichert sich einen sechsstelligen Betrag. Bm-t Beteiligungsmanagement Thüringen und drei Business Angels beteiligen sich. Mit dem frischen Kapital will die Firma die Technologie weiter verbessern und Entwicklungskooperationen mit Produzenten abschließen. Langfristig soll die eigene Lösung zur Basistechnik für die Produktion von Mikrochips werden.

Mikrochips aus Siliziumkarbid haben geringere Leistungsverluste als entsprechende Chips aus herkömmlichem Silizium. Sie ermöglichen zudem den Aufbau kleinerer Module und Systeme. Dadurch lassen sich Volumen und Gewicht von Stromwandlern reduzieren. In den kommenden Jahren wird das Material an Bedeutung gewinnen – besonders für die Produktion von Mikrochips mit hohen Spannungsklassen: Stromtrassen, Züge, Elektroautos, Ladestationen, Photovoltaik- und Windkraftanlagen. Auf dieser Zukunftsaussicht baut das Geschäftsmodell der Jenaer mi2-factory GmbH auf. Das Start-up entwickelt und vertreibt die sogenannte Energiefiltertechnologie. Die Fertigungslösung optimiert nach Angaben des Unternehmens die Bearbeitung von Siliziumkarbid und richtet sich an Kunden aus der Leistungshalbleiterindustrie. Diese sollen dadurch ihre Mikrochips kosteneffizienter herstellen und neuartige Chips kreieren können.

Entwicklungskooperationen mit Herstellern von Mikrochips abschließen

Bisher hat sich mi2-factory darauf konzentriert, Kundenprojekte mit Herstellern von Mikrochips anzubahnen. Künftig will das Start-up die Technologie weiter verbessern. Zudem sollen Entwicklungskooperationen abgeschlossen werden. Florian Krippendorf, technischer Geschäftsführer und Mitgründer: „In den Kooperationen wollen wir die Energiefiltertechnologie als Basisfertigungstechnologie für die Produktion der nächsten Generation von Leistungsmikrochips am Markt etablieren.“ Frisches Kapital für diese Vorhaben ist vorhanden: Die Jenaer haben sich in der zweiten Finanzierungsrunde einen sechsstelligen Betrag gesichert. Die bm-t Beteiligungsmanagement Thüringen Gmbh investiert. Zudem beteiligen sich drei Business Angels; darunter  Friedrich Hecker aus dem Investorennetzwerk von BayStartUp. Über das Netzwerk haben Start-ups die Chance auf Kontakte zu rund 300 Business Angels, 100 institutionellen und strategischen Investoren und Finanzierungen bis zu 6 Mio. EUR. BayStartUp richtet sich in erster Linie an Unternehmen aus Bayern – aber eben nicht ausschließlich. „Gerade auf unseren Venture Conferences haben auch Gründerteams außerhalb Bayerns wie mi2-factory die Chance, über BayStartUp an Gründungs- oder Wachstumskapital zu gelangen“, erklärt Geschäftsführer Dr. Carsten Rudolph. „Bevor wir Start-ups Investoren aus unserem Netzwerk vorstellen, gehen wir mit ihnen durch einen Coaching-Prozess bei uns vor Ort in den Büros in Nürnberg, München oder Augsburg, durchleuchten gemeinsam mit den Gründern das Geschäftsmodell und optimieren die Unterlagen und den Pitch.“ Von diesem Prozess hat auch All3DP profitiert. Das Start-up für 3D-Druck hat sich im September Kapital von zwei Investoren aus dem BayStartUp-Netzwerk gesichert.

Mi2-factory GmbH, Jena
Tätigkeitsfeld: Fertigungstechnologie
Investoren: bm-t Beteiligungsmanagement Thüringen Gmbh, Business Angels
Volumen: sechsstelliger Betrag (2. Finanzierungsrunde)