Discounter will nachhaltige Verpackungen mit Start-ups entwickeln

Discounter will nachhaltige Verpackungen mit Start-ups entwickeln
Der Discounter Aldi will in Zusammenarbeit mit Start-ups innovative Alternativen zur Plastikverpackung entwickeln.
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Die Unternehmensgruppen Aldi Nord und Aldi Süd starten eine Partnerschaft mit dem Start-up-Accelerator TechFounders. Ziel der Kooperation ist es, nachhaltige Lösungen und Innovationen in den Bereichen Verpackungen und Plastikreduktion zu entwickeln.

Unter dem Motto „Vermeiden.Wiederverwenden.Recyceln.“ arbeiten die Firmengruppen Aldi Einkauf GmbH & Co. OHG und Aldi Süd Dienstleistungs-GmbH & Co. oHG daran, das Abfallaufkommen durch Verpackungen zu verringern. Bereits im Juli 2017 hat der Konzern entschieden, Plastikeinwegtüten abzuschaffen. Bis zum vollständigen Abverkauf wurde der Preis von 10 Ct. auf 20 Ct. erhöht. Im Rahmen der „Aldi Verpackungsmission“ hat der Discounter zudem ehrgeizige Ziele für die Zukunft festgelegt: Bis 2025 soll der Materialeinsatz bei Verpackungen um 30% reduziert werden. Bis Ende 2022 sollen zudem alle Eigenmarken-Produkte recyclingfähig verpackt sein. Diese Vorhaben will das Unternehmen jetzt mit Hilfe junger Gründerteams voranbringen. Aldi geht eine Partnerschaft mit dem Münchner Start-up-Accelerator TechFounders ein, einer Initiative der UnternehmerTUM Projekt GmbH.

Plastik durch neuartige Verpackungen reduzieren

TechFounders bietet Start-ups ein 20-wöchiges internationales Programm an. Die Gründerteams erhalten persönliche Coachings und können die Räume des Accelerators nutzen. Dazu kommen 25.000 EUR Kapital und der Zugang zu einem Corporates-Netzwerk. Industriepartner wie Festo, Knorr-Bremse oder Miele kooperieren bereits mit der Initiative. Jetzt ergänzt Aldi die Riege. „Mit der Partnerschaft möchten wir aktiv junge Gründer unterstützen und gemeinsam mit ihnen das Thema Plastikreduktion und nachhaltige Verpackungen in der Branche vorantreiben“, erklärt Rayk Mende, Geschäftsführer Corporate Responsibility bei Aldi Nord. Der Discounter will als Impulsgeber und Mentor zur Seite stehen. Bestenfalls stehen am Ende der Zusammenarbeit neue marktfähige Verpackungslösungen. Als etabliertes Unternehmen sei man auf innovative Ideen angewiesen, erklärt Philipp Skorning, Group Buying Director bei Aldi Süd.

Vielversprechende Start-ups erhalten Coachings und Netzwerkzugang

In einem ersten Schritt werden ab sofort Start-ups für gemeinsame Projekte rund um nachhaltige Verpackungen identifiziert. Im Anschluss sollen aus Ideen Geschäftsmodelle entstehen. Aldi bringt Know-how ein; TechFounders unterstützt mit Coaching zu verschiedenen Themen wie Pitching, HR, Sales & Marketing oder Venture Capital. Heiko Huber, Managing Director TechFounders: „Unsere Stärke ist es, dass wir sowohl die Bedürfnisse von Start-ups, als auch die von etablierten Unternehmen verstehen.“ Kooperationen seien ein Gewinn für beide Seiten. „Aldi profitiert von Innovationskraft und Agilität der Start-ups, die Gründer von individuellem Coaching und unserem Netzwerk.“ TechFounders hat zum Beispiel e-bot7 hervorgebracht. Das Unternehmen integriert selbstlernende Algorithmen in Kundenservice-Systeme. Im September hat das Start-up 2 Mio. EUR eingesammelt.