Magnetisches Kühlverfahren für Quantentechnologien: Start-up bekommt siebenstelligen Betrag

Magnetisches Kühlverfahren für Quantentechnologien: Start-up bekommt siebenstelligen Betrag
Es darf frostig sein: kiutra entwickelt ein Kühlverfahren für Quantentechnologien. Damit sollen diese im industriellen Maßstab nutzbar werden.
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Kiutra entwickelt ein Kühlverfahren, mit dessen Hilfe Quantentechnologien auch im industriellen Maßstab einsetzbar werden sollen. Das Münchner Deeptech-Start-up sichert sich eine Seed-Finanzierung in siebenstelliger Höhe. Der High-Tech Gründerfonds führt die Runde an. Zudem engagieren sich Apex Ventures und die UnternehmerTUM Initiative for Industrial Innovators. Das frische Kapital wollen die Münchner verwenden, um ihre Basistechnologie auszuweiten. Außerdem soll der Vertrieb gestärkt werden; die Produktionskapazitäten sollen wachsen.

Quantentechnologien haben das Potenzial, Computer- und Kommunikationssysteme auf eine neue Evolutionsstufe zu heben. Für diese nächste technische Revolution braucht es allerdings extrem tiefe Betriebstemperaturen – nahe am absoluten Nullpunkt von -237 Grad Celsius. Bisher fehlt ein skalierbares Kühlverfahren. Das will die kiutra GmbH ändern. Das Münchner Deeptech-Start-up entwickelt ein magnetisches Kühlverfahren. Ultra-tiefe Temperaturen sollen möglich werden. Die Lösungen des Unternehmens sind nach eigenen Angaben rein elektrisch, automatisierbar und frei von Kryogenen. Ein magnetischer Kontrollmechanismus überprüft die Temperaturen – die Technologie ist damit laut kiutra stabil und präzise. Das System lässt sich laut Machern in bestehende Infrastruktur integrieren. Nur wenige Ressourcen sollen nötig sein, um die Technik zum Laufen zu bringen. Das Kühlverfahren ist interessant für Wissenschaft und Forschung, aber auch für die industrielle Verbreitung von Quantentechnologien. Im Idealfall lässt sich die Technologie im großen Maßstab anwenden.

Expertise des Gründerteams bei Kühlverfahren überzeugt

Kiutra will im nächsten Schritt die Produktionskapazitäten ausweiten und die Lösungen weiterentwickeln. Zudem soll das Vertriebsteam wachsen. Diese Vorhaben kann das Start-up mit Hilfe einer Seed-Finanzierung angehen. Die Münchner sichern sich einen siebenstelligen Betrag. Die High-Tech Gründerfonds Management GmbH führt die Runde an. Außerdem engagieren sich die Apex Ventures GmbH und die UnternehmerTUM Industrial Innovators LEC GmbH. Wolfgang Neubert, Partner bei Apex Ventures, sieht in kiutra eine optimale Ergänzung des eigenen Deeptech-Portfolios. Die Beteiligungsgesellschaft investiert vor allem in Technologiegründungen aus den Bereichen Digital Media, Business Intelligence, Cybersecurity, FinTech und Future of Work. 2017 ist der Geldgeber zum Beispiel bei dem Data Intelligence-Start-up Kivu Technologies eingestiegen. Die Firma bietet eine Software für Netzwerkanalysen in der Sicherheitsbranche an. Bei der jetzigen Entscheidung für kiutra hat vor allem die Expertise der Gründer bei magnetischen Kühlverfahren überzeugt, außerdem die hohe operative Fähigkeit des Teams. Andreas Riegler, Gründer und Managing Partner des Geldgebers: „Diese einzigartige Kombination ermöglicht es, das Verständnis für Quantentechnologien und Materialwissenschaften für greifbare und kommerzialisierbare Lösungen zu nutzen.“

Kiutra GmbH, München
Tätigkeitsfeld: Magnetische Kühltechnologie
Investoren: High-Tech Gründerfonds Management GmbH, Apex Ventures GmbH, UnternehmerTUM Industrial Innovators LEC GmbH
Volumen: siebenstelliger Betrag (1. Finanzierungsrunde)