Deutscher Leveraged Buyout-Markt mit starkem drittem Quartal

Aktueller MidCapMonitor von GCA Altium

Deutscher Leveraged Buyout-Markt mit starkem drittem Quartal
Der deutsche LBO-Markt erfreut sich im dritten Quartal 2019 eines Anstiegs der Transaktionszahlen.
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Ein schwaches erstes Halbjahr 2019: Nur 32 Leveraged Buyouts (LBOs) wurden in Deutschland finanziert. Ganz anders sieht die Sache im dritten Quartal des Jahres aus: 37 Transaktionen wurden in diesem Zeitraum getätigt. Das ergibt der aktuelle MidCapMonitor von GCA Altium. Für die Investmentbank ist der LBO-Markt der Bundesrepublik „förmlich explodiert“. Interessant: Der bereits eingeleitete Abgesang auf Banken als Kreditgeber wirkt angesichts der Entwicklung im dritten Quartal verfrüht. Die klassischen Geldinstitute konnten ihren Anteil an den LBOs gegenüber den ersten sechs Monaten des Jahres um ganze 10% erhöhen.

Im dritten Quartal des Jahres wurden in Deutschland 37 LBOs finanziert. Das ergibt der aktuelle MidCapMonitor von GCA Altium. Für den Report analysiert die Investmentbank regelmäßig LBO-Transaktionen mit Kreditvolumen zwischen 20 Mio. EUR und 500 Mio. EUR – und stellt fest: Der Markt ist „förmlich explodiert“. Im gesamten ersten Halbjahr 2019 wurden lediglich 32 Deals getätigt. Haupttreiber des Anstiegs ist laut GCA Altium die signifikante Zunahme der Add-ons. Deren Anteil erhöhte sich von 9% im ersten Halbjahr auf 19% in Q3 2019. Primary-Finanzierungen hingegen sanken im selben Zeitraum von 44% auf 30%.

Banken sichern sich 54% Anteil am Leveraged Buyout-Markt

Besonders interessant ist die Rolle der Banken: Die unter Druck stehenden klassischen Geldgeber konnten überproportional von der Entwicklung profitieren. In den ersten sechs Monaten des Jahres setzten sie nur 14 Deals um. Im dritten Quartal 2019 waren es 20 Transaktionen. Das bedeutet einen Anstieg um 10% auf 54% Marktanteil. Wie stehen demgegenüber die Debt-Fonds da? Im ersten Halbjahr 2019 finanzierten sie 18 LBOs. In Q3 waren es 17 Deals. GCA Altium führt die gute Performance der Banken zum einen darauf zurück, dass viele Transaktionen Add-ons oder Recaps waren. Für diese Deals werden meist keine aggressiven Zeitschienen verlangt. Zum anderen konnten die Geldhäuser sich bei einigen größeren Transaktionen mit einem Underwriting gegen Debt-Fonds durchsetzen. Die Experten der Investmentbank gehen allerdings davon aus, dass Debt-Fonds sich letztendlich mehrheitlich durchsetzen werden. Norbert Schmitz, Managing Director bei GCA Altium: „Der Vorteil einer Debt Fund-Finanzierung aus einer Hand wird immer bedeutender und mit steigender Fund-Größe können die Debt Funds immer größere Tickets allein darstellen – Einzeltickets von 300 Mio. EUR sind absolut keine Einzelfälle.“ Auf Seiten der Private Equity-Gesellschaften waren in den ersten neun Monaten des Jahres Waterland und die Deutsche Beteiligungs AG mit je sechs Transaktionen am aktivsten im LBO-Sektor. Erst in dieser Woche hat das Waterland-Portfoliounternehmen Schönes Leben Gruppe einen Zukauf getätigt. Unter den Banken tat sich die SEB mit 13 Deals hervor.