Bildnachweis: eleQtron.
Das Scale-up eleQtron mit Sitz in Siegen hat im Rahmen einer Series-A-Finanzierung 57 Mio. EUR Venture Capital für seine Entwicklung von Quantencomputer erhalten. Zu den Investoren zählt die NRW.Bank über den Venture Capital-Fonds NRW.Venture, die mit 5 Mio. EUR beteiligt ist. Außerdem investiert sind Ankaa Ventures aus Frankreich, der Laser-Ausrüstungs-Spezialist Precitec sowie die IFB Hamburg und EIC Fund des European Innovation Council. Lead-Investor ist Schwarz Digits, die IT- und Digitalsparte der Schwarz Gruppe. Neben den neuen Investoren beteiligte sich Earlybird als Bestandsinvestor an der Finanzierungsrunde.
eleQtron entwickelt und betreibt Quantencomputer auf Basis von Ionenfallen und treibt die industrielle Nutzung von Quantencomputern voran. „Quantencomputer können Aufgaben lösen, an denen aktuell selbst leistungsstarke Supercomputer scheitern. Genau darin liegt ihr enormes Zukunftspotenzial“, sagt Gabriela Pantring, Vorsitzende des Vorstands der NRW.BANK. „Das Ziel von eleQtron ist es, dieses Potenzial für reale, kommerzielle Anwendungen zugänglich zu machen. Um dieses Ziel zu erreichen und seine Technologie im industriellen Maßstab zu skalieren, unterstützen wir das Scale-up mit unserer Beteiligung.“
Deutlich mehr Rechenleistung durch Qubits
Anders als konventionelle Computer arbeiten Quantencomputer nicht mit Bits, sondern mit Qubits. Statt nur die Zustände 0 oder 1 anzunehmen, können Qubits – vereinfacht gesagt – mehrere Zustände überlagernd darstellen. Dadurch lassen sich bestimmte komplexe Berechnungen potenziell um ein Vielfaches schneller lösen als mit heutigen Hochleistungsrechnern. Allerdings reagieren Qubits äußerst empfindlich auf Störungen aus ihrer Umgebung. Selbst minimale Vibrationen oder Temperaturveränderungen können ihren Quantenzustand beeinträchtigen. Mit steigender Anzahl an Qubits nehmen daher Fehleranfälligkeit und technische Komplexität des Systems überproportional zu. Genau hier setzt die Technologie von eleQtron an. Sie basiert auf Ionenfallen. Dabei werden einzelne geladene Atome (Ionen) in elektromagnetischen Feldern gefangen. Die Ionen dienen als Qubits und werden mit Mikrowellen gesteuert. Im Vergleich zur üblichen Lasersteuerung reduziert dieser Ansatz die Hardware-Komplexität erheblich und ermöglicht so eine kostengünstigere Skalierbarkeit des Systems.
Spin-off der Universität Siegen
eleQtron GmbH wurde im Mai 2020 als Spin-off der Universität Siegen gegründet und beschäftigt mittlerweile mehr als 100 Mitarbeitende. Das Kapital aus der aktuellen Finanzierungsrunde fließt in den Aufbau skalierbarer Produktionskapazitäten, den Ausbau eines Cloud-basierten Zugangs zu den Systemen sowie in die Weiterentwicklung der Hardwareplattform und Technologie. Die Finanzierungsrunde markiert damit einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur industriellen Skalierung.



