Bildnachweis: mbiomics, MIG Capital.
Das Start-up mbiomics, das skalierbare, mikrobiombasierte Therapeutika für schwere und chronische Erkrankungen entwickelt, hat im dritten Abschluss seiner Serie-A-Finanzierungsrunde weitere 12 Mio. EUR eingesammelt. Damit summiert sich das Gesamtvolumen der Runde auf 30 Mio. EUR. An der Finanzierungsrunde beteiligten sich mehrere Bestandsinvestoren, darunter die MIG Fonds und Bayern Kapital.
Mit dem zusätzlichen Kapital sollen die für die Genehmigung klinischer Studien (IND, Investigational New Drug) erforderlichen pharmakologischen Datensätze weiter vorangebracht und die Entwicklung und Herstellung nach GMP-Standards beschleunigt werden. Gleichzeitig bereitet sich mbiomics auf die klinische Bewertung seines führenden Wirkstoffkandidaten MBX‑116 als Kombinationstherapie mit einem Immun-Checkpoint-Inhibitor bei fortgeschrittenem Melanom vor. Die Finanzierung kennzeichnet den Übergang des Unternehmens vom Aufbau der Plattform zur klinischen Umsetzung und ermöglicht die Weiterentwicklung seiner Techbio-Plattform in Richtung skalierbarer Produktion und klinischer Anwendung. „Obwohl das klinische Potenzial des Darmmikrobioms hinreichend bekannt ist, stellt die Umsetzung mikrobiombasierter Therapeutika in ein skalierbares Produkt nach wie vor eine erhebliche technische Herausforderung dar. Bei mbiomics lösen wir diese Herausforderung, indem wir den gesamten Technologie-Stack für Entwicklung, Analyse, Screening und Herstellung komplexer mikrobieller Konsortien aufbauen. Unser Fokus liegt nun darauf, unseren führenden Wirkstoffkandidaten MBX-116 in die klinische Erprobung zu bringen,“ sagte Dr. Johannes B. Woehrstein, CEO und Mitbegründer von mbiomics.
Lebende biotherapeutische Produkte für den Darm
mbiomics entwickelt lebende biotherapeutische Produkte (Live Biotherapeutic Products, LBPs). Dabei handelt es sich um orale Therapeutika, die aus lebenden Bakterienstämmen bestehen und darauf ausgelegt sind, das funktionelle und metabolische Potenzial des Darmmikrobioms auf skalierbare Weise und in pharmazeutischer Qualität wiederherzustellen. Stuhltransplantationen (Fecal Microbiota Transplants, FMTs) haben in mehreren Indikationen klinische Wirksamkeit gezeigt und so die Modulation des Mikrobioms als therapeutische Strategie bestätigt. Dieser Ansatz ist inhärent variabel und nicht skalierbar. Im Gegensatz dazu ermöglicht die firmeneigene Plattform von mbiomics das rationale Design definierter, großer und komplexer mikrobieller Konsortien. Die Plattform kombiniert KI-/ML-gestützte Konsortiendesigns, proprietäre Analysetechnologien, die Co-Kultivierung großer Konsortien sowie umfassende Screening-Fähigkeiten.

Dr. Matthias Kromayer, Managing Partner bei MIG Capital, sagte: „Wir freuen uns, mbiomics auch in dieser Finanzierungsrunde weiterhin zu unterstützen. Seit unserer ersten Investition hat das Team beeindruckende Fortschritte dabei erzielt, Erkenntnisse aus der Mikrobiomforschung in einen skalierbaren therapeutischen Ansatz umzusetzen. Das Unternehmen steht kurz vor dem Beginn der klinischen Validierung und baut seine breit gefächerte therapeutische Pipeline mit großer Dynamik weiter aus.“ Klinische Erkenntnisse aus der Onkologie haben gezeigt, dass eine Modulation des Darmmikrobioms die Ansprechraten auf Immun-Checkpoint-Inhibitoren signifikant verbessern kann. Auf dieser Grundlage konzentriert sich mbiomics zunächst auf die Zweitlinienbehandlung im fortgeschrittenen Melanom, um das Potenzial seines führenden Wirkstoffkandidaten MBX-116 als Kombinationstherapie zur Verbesserung der Behandlungsergebnisse in dieser Indikation zu evaluieren. Der Start einer Phase-1B-Studie ist für 2027 geplant. Über die Onkologie hinaus entwickelt das Unternehmen eine breitere Pipeline mikrobiombasierter Therapeutika mit möglicher Anwendung in weiteren Indikationen, in denen das Darmmikrobiom eine zentrale Rolle spielt, darunter Autoimmun- und neurodegenerative Erkrankungen.




