Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit entscheidet sich zunehmend daran, wie erfolgreich Innovationen in skalierbare Unternehmen übersetzt werden. Eine zentrale Voraussetzung dafür ist ausreichendes Wachstumskapital. Vor diesem Hintergrund kamen beim Capital for Innovation Summit (Frankfurt am Main) erstmals rund 150 Akteure aus Family Offices, Stiftungen, Venture-Capital-Fonds, Unternehmen, Politik und Wissenschaft zusammen.
Gemeinsam mit Vertretern aller zehn nationalen Startup Factories diskutierten die Teilnehmer, wie Venture Capital in Deutschland weiterentwickelt und mehr langfristiges Kapital für Start-ups mobilisiert werden kann. Im Mittelpunkt der Impulse, Diskussionen und Workshops standen vier zentrale Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen:
1. Venture Capital als eigenständige Assetklasse etablieren
Institutionelle Investoren wie Stiftungen, Family Offices, Versicherungen und Versorgungswerke verfügen über erhebliches Potenzial, ihre Allokationen in Venture Capital auszubauen. Um dieses zu heben, braucht es mehr Transparenz, gezielte Weiterbildungsangebote sowie vereinfachte Governance- und Entscheidungsstrukturen. Ein Beispiel für den Aufbau von Venture-Capital-Kompetenz in Deutschland ist der gemeinsam von KfW Capital, der Frankfurt School of Finance & Management und Futury entwickelte Zertifikatsstudiengang „Certified Venture Capital Expert“, der institutionellen Investoren und Entscheidungsträgern praxisnahen Zugang zur Assetklasse Venture Capital vermittelt.
2. Professionelle Strukturen schaffen
Kapital allein reicht nicht aus. Entscheidend sind professionelle Strukturen, Zugang zu Netzwerken und die Fähigkeit, Innovationen erfolgreich zu skalieren. Genau für diesen systematischen Austausch zwischen Investoren, Start-ups, Corporates und Wissenschaft sind Futury und die anderen Startup Factories ins Leben gerufen worden.
3. Öffentliche und private Investoren stärker vernetzen
Nur durch engere Zusammenarbeit von öffentlichen und privaten Akteuren lässt sich internationale Wettbewerbsfähigkeit sichern und mehr Wachstumsfinanzierung in Deutschland ermöglichen. Zentrale Bausteine zum Schließen dieser Lücke stellen die WIN-Initiative, der HTGF, der Wachstumsfonds II, die Finanzierungsinstrumente aus dem Deutschlandfonds sowie die Programme in Kooperation mit KfW Capital und Europäischen Investitionsfonds dar.
4. Den Kapitalmarkt als Wachstumsinstrument nutzen
Neben Fonds- und Direktinvestments sind funktionierende Exit- und IPO-Pfade entscheidend für ein leistungsfähiges Innovationsökosystem. Kapitalmarktinstrumente müssen gezielt gestärkt werden, um mehr Wachstumskapital in Deutschland zu mobilisieren.
Stefan Wintels (KfW) auf dem Capital for Innovation Summit 2026
Stefan Wintels (Vorstandsvorsitzender, KfW Bankengruppe) erklärte: „Deutschland verfügt über ein starkes Fundament aus Innovation, Forschung sowie Industrie und Mittelstand – aber wir müssen diese Stärken in eine größere wirtschaftliche Dynamik übersetzen. Hierfür braucht es vor allem auch ein leistungsfähiges Venture-Capital-Ökosystem, gezielte Investitionen und eine Kultur, die Wandel als Chance begreift. Der Deutschlandfonds und die WIN-Initiative setzen wichtige Impulse für mehr Wachstums- und Innovationskapital aus Deutschland und fördern damit Wachstum und Wohlstand in unserem Land.“
„Der Capital for Innovation Summit hat gezeigt: Der Wille, Venture Capital in Deutschland als strategische Anlageklasse zu verankern, ist vorhanden – quer durch Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Jetzt gilt es, die Rahmenbedingungen zu verbessern, um privates und institutionelles Kapital stärker für unsere hochinnovativen Startups und Scale-ups zu mobilisieren.“, so Dr. Janina Jänsch (Abteilungsleiterin Mittelstand, Zukunftstechnologien und Startups im BMWE).
Capital for Innovation Summit 2026
Melissa Ott (Managing Director, Futury) unterstrich: „Innovation entsteht nicht isoliert. Sie braucht Kapital, Unternehmertum und starke Netzwerke. Mit dem Capital for Innovation Summit haben wir erstmals alle zentralen Akteure der Assetklasse Start-up an einen Tisch gebracht. Das ist ein entscheidender Schritt zu einem besseren Finanzierungsumfeld für dringend benötigte Innovationen in Deutschland. Unser Ziel ist es, mithilfe des Summits konkrete Partnerschaften und Investitionen zu bewirken.“
Prof. Dr. Helmut Schönenberger (UnternehmerTUM) auf dem Capital for Innovation Summit 2026
Prof. Dr. Helmut Schönenberger (CEO, UnternehmerTUM) verdeutlichte: „Technologiegetriebene Start-ups sind ein zentraler Hebel für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Entscheidend ist, dass mehr institutionelle Investoren den Mut haben, frühzeitig in diese Zukunftstechnologien zu investieren.“
Ausgerichtet wurde der Summit von Futury, dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) und UnternehmerTUM.