Ahron-Finanzierungsrunde: 2,2 Mio. EUR für die Automatisierung von HR-Prozessen

KI-Agenten sollen HR-Prozesse systemübergreifend automatisieren

Matthias Müller, Partner bei Cusp Capital (c) Cusp Capital
Matthias Müller, Partner bei Cusp Capital (c) Cusp Capital

Bildnachweis: Cusp Capital.

Das Münchner HR-Start-up Ahron hat 2,2 Mio. EUR in einer Finanzierungsrunde eingesammelt, die von Cusp Capital angeführt wird. Zudem beteiligen sich Superangels und ein exklusiver Kreis von Business Angels aus dem HR-Umfeld, darunter auch Sabine Kohleisen, ehemaliges Vorstandsmitglied Personal der Mercedes-Benz Group.

Ahron wurde Ende vergangenen Jahres von Carl Hoffmann und Rado Pavlov gegründet, um agentische KI auf HR-Prozesse anzuwenden und diese systemübergreifend zu automatisieren. Mit dem neuen Kapital will das Start-up die Weiterentwicklung seines Produkts vorantreiben. Im Fokus steht insbesondere der Ausbau einer zentralen Steuerungsebene, die den KI-Agenten den notwendigen Kontext für ihre Aufgaben gibt. Zudem soll die internationale Expansion vorangetrieben werden.

Mit 1 Mio. EUR ARR auf Wachstumskurs

Bereits im ersten Jahr nach der Gründung erzielt Ahron mehr als 1 Mio. EUR wiederkehrenden Jahresumsatz (ARR) und hat namhafte Kunden aus den USA und Europa gewonnen. Die Finanzierungsrunde soll dabei helfen, die zentrale Steuerungsebene für KI-Agenten weiter auszubauen: „Unsere Kunden messen den Erfolg nicht daran, wie viele KI-Agenten sie einsetzen, sondern daran, was am Ende zählt: schnellere Prozesse, spürbar geringere Kosten und HR-Teams, die ihre Kapazität auf das lenken können, was wirklich Wert schafft: Führung, Entwicklung, Kultur. Das ist der Maßstab, an dem wir uns bei Ahron messen lassen“, sagt Carl Hoffmann, Mitgründer und CEO von Ahron. Hinter dem Start-up stehen zwei Gründer mit langjähriger Erfahrung in der Technologiebranche. Carl Hoffmann gründete zuvor Talentry und baute das Recruiting-Technologie-Unternehmen über neun Jahre auf, bevor es CleverConnect 2022 übernahm. Rado Pavlov gründete bereits mehrere Software-Start-ups und verfügt über Erfahrung mit sicheren KI-Systemen und Plattformen.

Warum Cusp Capital von Ahron überzeugt ist

Für Cusp Capital ist eine unabhängige Steuerungsebene über die verschiedenen HR-Systeme hinweg besonders relevant. Das stellt Matthias Müller, Partner bei Cusp Capital deutlich klar: „Gerade weil inzwischen jeder große HR-Anbieter eigene KI-Agenten baut, wird eine unabhängige Steuerungsebene über all diese Systeme hinweg immer wichtiger – und genau das baut Ahron. Dass Carl und Rado bereits verschiedene Technologieunternehmen von der Gründung bis zum Exit begleitet haben, hat uns zusätzlich überzeugt: Sie kennen diesen Markt und wissen, wie man in ihm gewinnt.“

KI-Agenten für die HR-Systemlandschaft

Große Unternehmen nutzen oft weit über hundert verschiedene HR-Tools, die kaum miteinander sprechen. Das führt zu langen Wartezeiten, hohen Kosten und wenig Überblick über den gesamten Prozess- von der Einstellung bis zum Austritt eines Beschäftigten. Ahron setzt deshalb auf eine zusätzliche Schicht über der bestehenden HR-Systemlandschaft. Sie soll Abläufe sichtbar machen und beschleunigen. Dadurch können KI-Agenten Aufgaben wie das Einholen von Feedback bei Hiring Managern, die Prüfung von Gehaltsabrechnungen oder das vollständige Onboarding neuer Mitarbeiter übernehmen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Partnerschaft mit Celonis. Dessen Process-Intelligence-Technologie wird genutzt, um aus den Daten bestehender HR-Systeme ein digitales Abbild der jeweiligen HR-Prozesse zu erstellen. Auf dieser Grundlage lässt sich erkennen, wo sich der Einsatz von KI lohnt.

Sensible HR-Daten brauchen klare Leitplanken

Zudem rückt KI immer mehr in den Fokus der Cybersecurity. Gerade bei sensiblen Personaldaten ist es umso wichtiger, KI-Agenten unter eine transparente, unternehmensweite Governance zu stellen. „HR ist ein besonders sensibler Bereich. Wenn KI-Agenten hier selbstständig arbeiten, brauchen sie klare Leitplanken und Richtlinien, damit sie sich immer regelkonform verhalten. Genau das ermöglicht unsere Plattform: Unternehmen können diese Leitplanken und Richtlinien für den gesamten HR-Kontext zentral festlegen und verwalten – für jeden Prozess und jeden Agenten gleichermaßen“, erläutert Rado Pavlov, Mitgründer und COO von Ahron. Sabine Kohleisen, Investorin und ehemaliges Vorstandsmitglied der Mercedes-Benz Group, verweist auf ihre eigenen Erfahrungen mit HR-Systemen: „Ich kenne das aus eigener Erfahrung: zu viele HR-Systeme, die nicht miteinander sprechen, Daten, die von Hand von einem System ins nächste übertragen werden. Was mich an Ahron überzeugt hat, ist der Ansatz, Unternehmen wieder die Übersicht über ihre Prozesse zu geben, ohne bestehende Systeme zu ersetzen. Ich freue mich daher sehr, das Ahron-Team um Rado und Carl auf ihrer weiteren Reise zu unterstützen.“