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Titelthema:

(K)Ein Schritt vor, ein Schritt zurück? - Ein Jahr nach Verabschiedung des Koalitionsvertrag

[caption id="attachment_28623" align="alignnone" width="750"]© Max ThrelfallDr. Alexander Reichhuber, Investment Director Berlin Technologie Holding GmbH[/caption]

An der zweiten Finanzierungsrunde des Berliner Start-ups barzahlen.de hat sich erstmals die 2013 gegründete Berlin Technologie Holding (BTH) mit einem einstelligen Millionenbeitrag beteilt. Der bisherige Investor ALSTIN Alternative Strategic Investment GmbH von Carsten Maschmeyer bleibt ebenfalls weiter an Bord.

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Humedics (www.humedics.de) meldet den Abschluss der dritten Finanzierungsrunde über 6,3 Mio. EUR. Angeführt wurde die aktuelle Investitionsrunde von Vesalius Biocapital Partners (www.vesaliusbiocapital.com) und Seventure Partners (www.seventure.fr). Auch alle früheren Kapitalgeber sind wieder beteiligt. Das bestehende Konsortium umfasst Peppermint Venture Partners (www.peppermint-vp.com), die KfW (www.kfw.de), die IBB-Beteiligungsgesellschaft (www.ibb-bet.de), Ventegis (www.ventegis-capital.de) und den High-Tech Gründerfonds (www.high-tech-gruenderfonds.de).

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Weltweit ist die Anzahl der Börsengänge in den letzten drei Quartalen um fast 50% gestiegen. Parallel hat sich das Emissionsvolumen gar verdoppelt. In Deutschland sorgten zuletzt die Börsengänge von Zalando und Rocket Internet für Aufsehen. Auch einige Biotech-Firmen wagen den Sprung auf das internationale Parkett. Diese Zahlen und Geschehnisse machen Mut und lassen für die Zukunft weiter Positives hoffen. Oder doch nicht? 

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Das Cleantech Start-up Electrochaea (www.electrochaea.com) hat in der ersten Finanzierungsrunde bei einer internationalen Investorengruppe einen einstelligen Millionenbetrag eingesammelt. Das Konsortium besteht aus Munich Venture Partners (www.munichvp.com), b-to-v (www.b-to-v.com), Caliza Holding, Nidus Partners (www.niduspartners.com), der KfW (www.kfw.de) und Sirius Venture Partners (www.sirius-venture.com). Mit dem Kapital plant das Unternehmen seine Power to Gas-Technologie bis zur Marktreife zu entwickeln.

Frank Siegmund investiert in den Futtertechnik-Spezialisten fodjan (www.fodjan.de) aus Dresden. Für seine Beteiligung als Business Angel hat Siegmund eine öffentliche Förderung im Rahmen des Programms „Invest – Zuschuss für Wagniskapital“ beantragt. Aktuell führt fodjan noch Gespräche mit weiteren Business Angels und institutionellen Investoren.

Während durch die zunehmenden Aktivitäten von Business Angels aber auch öffentlichen Initiativen wie beispielsweise dem High-Tech Gründerfonds im Seed-Bereich aktuell ein breites Kapitalangebot für deutsche Start-ups herrscht, sind größere Finanzierungsrunden für Jungunternehmen hierzulande nach wie vor schwierig zu realisieren. Zwar engagieren sich immer mehr Konzerne in den ihnen naheliegenden Branchen, doch Tickets jenseits der 10–15-Mio.-EUR-Grenze sind ohne ausländische Investoren kaum machbar.

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Große institutionelle Investoren legen viel Geld in Private Equity-Fonds an, das die Beteiligungsgesellschaften gerne in den Mittelstand investieren würden. Das wollen zunehmend auch Family Offices und Pools privater Investoren. Tatsächlich kommt das Transaktionsgeschehen in Schwung, doch das Angebot ist in vielen Bereichen größer als die Nachfrage.

Das amerikanische Technologie-Unternehmen Slips Technologies sammelt in einer ersten Finanzierungsrunde insgesamt 3 Mio. USD ein. Ein Großteil des frischen Kapitals kam dabei aus der DACH-Region: BASF Venture Capital (www.basf-vc.de) sowie der Schweizer Privatinvestor Hansjörg Wyss beteiligten sich.

Neun Single und Multi Family-Offices haben den Verband unabhängiger Family Offices e.V. (VUFO – www.vufo.org) ins Leben gerufen. Der in Bonn ansässige Verband soll dem Erfahrungsaustausch und Weiterbildung der Mitglieder dienen. Vor allem aber zielt die Interessenvertretung darauf ab, Qualitätsstandards zu setzen und das Berufsbild von Family Offices – auch im Rahmen legislativer Initiativen – fest zu verankern.

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Nach Pressemeldungen soll der hessische Finanzminister Dr. Thomas Schäfer (CDU) eine neue Bundesratsinitiative ins Leben gerufen haben, um eine massiv höhere Besteuerung von Streubesitzbeteiligungen zu erreichen. Sollte diese Initiative Erfolg haben, wäre dies für die Beteiligungsbranche ein wesentlich schwererer Schlag, als es die Gesetzesänderung zur höheren Besteuerung von Streubesitzdividenden im Jahr 2013 war.

Der Begriff Industrie 4.0 wird als Synonym für einen grundlegenden Strukturwandel der deutschen Wirtschaft verwendet. Die Entwicklung der Dampfmaschine und die damit einhergehende Mechanisierung der Produktion, die Einführung des Fließbands zur weiteren Optimierung der Massenproduktion sowie die Automatisierung der Arbeitsvorgänge durch den Einsatz von Elektronik und Informationstechnologien markierten jeweils revolutionäre Meilensteine in der industriellen Entwicklung. Jetzt steht die vierte sehr grundlegende Phase wirtschaftlicher Entwicklung an: Industrie 4.0. Der Begriff beschreibt das Phänomen der Digitalisierung und der zunehmenden Vernetzung von Produktionsketten miteinander.

Befeuert durch den Start-up-Hotspot Berlin und die ersten Börsengänge deutscher Internetunternehmen hierzulande erfährt das Thema Gründung aktuell wieder große Aufmerksamkeit. Ein ähnliches Interesse an Start-ups gab es in Deutschland zuletzt zu Zeiten des Dotcom-Hypes. Doch die Szene heute ist eine andere als vor 15 Jahren – sowohl aufseiten der Gründer als auch aufseiten der Investoren.

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In einer ersten Finanzierungsrunde kann sich adsquare (www.adsquare.com) von Target Partners und bestehenden Investoren 3,4 Mio. EUR an Eigenkapital sichern. Zu den ursprünglichen Seed-Investoren gehören Berlin Ventures (www.berlinventures.com) und der von bmp (www.bmp.com) verwaltete BFB Frühphasenfonds Brandenburg (www.fruehphasenfonds-brandenburg.de) sowie Business Angels.

Die deutsche Biotech-Branche hat einen neuen Treffpunkt: In Martinsried bei München hat das Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie (IZB – www.izb-online.de) im Rahmen einer zweitägigen Veranstaltung den Campus-Tower eröffnet. Das Gebäude soll unter dem Namen „IZB Residence Campus at Home“ Wissenschaftler und Geschäftsleute aus dem Bereich Life Sciences beherbergen, vor allem aber auch vernetzen. Speziell dazu wurde der Faculty Club „Gateway to Biotech“ (G2B) im obersten Stockwerkt des Campus-Towers integriert. Dort haben Biotech-Unternehmer, Investoren und Forscher Gelegenheit zum persönlichen Austausch.