Neuer Weg zur Renditeoptimierung? (Ausgabe 11/2007)

Vorgängerfonds mit guten Zahlen

Per August 2007 wiesen die beiden ältesten Dachfonds des Münchner Emissionshauses, BVT-CAM I und II, bereits Ausschüttungssummen von 63% bzw. 50% auf. Zum Jahresende 2006 berichteten beide einen Fair Market Value ihrer Zielunternehmen von rund 170% und einen durchschnittlichen Brutto-Multiple ihrer bisher verkauften Zielunternehmen von über 2,5. Dachfonds Nr. 6 wurde wiederum auf 50 Mio. Euro Zeichnungssumme ausgelegt und soll neben den üblichen Regionen USA und Europa bis zu 20% seines Kapitals in den aufstrebenden „neuen Märkten“ Asiens, Südamerikas sowie Zentral- und Osteuropas anlegen. Um in diesen Märkten geeignete Zielfonds zu identifizieren, hat der für BVT tätige Dachfondsmanager CAM Private Equity aus Köln ein Joint Venture mit dem Berater New Market Partners geschlossen. Nach wie vor bleibt der Investitionsschwerpunkt im Bereich Buyouts.

 

Mutige Overcommitment-Strategie

Wichtigste Neuerung beim BVT-CAM VI gegenüber seinen Vorgängern ist die mit 138% des Fondsvolumens geplante Quote an Finanzierungszusagen. Gemäß Prospekt ist es zulässig, dass solche Commitments maximal bis zum doppelten Fondsvolumen abgegeben werden können. Sie sollen aus den Rückflüssen der Zielfonds bedient werden und den Dachfondsanlegern eine hohe Investitionsquote bescheren. Deren Einzahlungen sind voraussichtlich in vier Jahresraten gemäß dem Kapitalbedarf der Zielfondsmanager zu leisten.

 

Neben 7,5% anfänglichen Einmalkosten und 5% Agio sind jährlich 0,7% Vermittlungsprovision für Eigenkapitalbeteiligungen zu entrichten. BVT kalkuliert für derartige Provisionen über eine angenommene Laufzeit von 11,5 Jahren und bei Erreichen des planmäßigen Fondsvolumens von 50 Mio. Euro insgesamt 5,6 Mio. Euro ein – umgerechnet knapp 1% der Zeichnungssumme pro Jahr. Die weiteren laufenden Kosten (inklusive Treuhänder) summieren sich auf 0,57% pro Jahr. Mit 10% Gewinnbeteiligung nach Erreichen einer Hurdle Rate von 8% pro Jahr ist die Erfolgsbeteiligung des Dachfondsmanagers für ein Privatanlegerprodukt marktüblich gestaltet.

 

Fazit:

Sofern es keine Überraschungen durch extrem frühe Kapitalabrufe und extrem späte Ausschüttungen der Zielfonds gibt, würden dank der hohen Commitmentquote die Rückflüsse an die Dachfondsinvestoren erst deutlich später, dafür aber auch deutlich höher ausfallen. Der Emittent kokettiert verständlicherweise mit seinen Kostensätzen, die er statt auf das Dachfondsvolumen auf das geplante Commitmentvolumen von 138% bezieht: Einmalige Anfangskosten von 5,43% (ohne Agio) und laufende Gesamtkosten von jährlich 1,32% p. a. sind im Marktvergleich durchaus attraktiv.                                                       

 

Volker Deibert

 

BVT-CAM Private Equity Global Fund VI GmbH & Co. KG
Volumen 50 Mio. Euro
Minimum 20.000 Euro
Laufzeit 31.12.2019, +/- zwei Jahre
Zeichnungsschluss 30.6.2008
RQ-16* 55,6%
Investment-Thema

Internationale Top Quarter-Fonds,

 parallel zu Dachfonds von CAM

Anzahl Portfoliogesellschaften 15-25 Zielfonds =  
ca. 400 Portfoliounternehmen
Internet

www.bvt.de

*) Die Kennzahl RQ-16 (Renditequotient auf Basis von 16% Bruttorendite) gibt an, in welchem Umfang der Anleger am Bruttoergebnis des Fonds nach Abzug sämtlicher Kosten partizipiert (vor Steuern). Hierzu werden die Emittentenangaben herangezogen, ein planmäßiges Fondsvolumen und ein typischer Verlauf unterstellt und die internen Zinsfüße des Netto- und des Brutto-Zahlungsstroms ins Verhältnis gesetzt.