Interview mit Fabian Heilemann, Heilemann Ventures

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VC Magazin: Der Exit von DailyDeal an Google hatte für die deutsche Gründerlandschaft eine gewisse Leuchtturmfunktion. Hat der Rückkauf das Potenzial ebenfalls Signalwirkung zu entfalten?
Heilemann: Damit ein solcher Rückkauf funktioniert, muss natürlich viel zusammenkommen. In unserem Fall ist es in erster Linie ein Commitment zum Unternehmen. Wir arbeiten sehr hart daran, die Synergiepotenziale zu heben zwischen DailyDeal und unseren anderen Aktivitäten, also Heilemann Ventures und unserer E-Business-Agentur Heilemann & Company. Beispielsweise haben wir die Chance, DailyDeal als eine Art Talentpool für das Agenturgeschäft zu nutzen und die Erfahrung, die wir hier gesammelt haben, weiterzugeben. Ob es eine Erfolgsstory wird, wird man mit Gewissheit frühestens Ende 2013 oder Anfang 2014 sagen können, wenn sich das gesamte „unternehmischeres Ökosystem weiter verzahnt hat. Wir sind aber sehr optimistisch.

VC Magazin: Wenn ihr euch wieder so stark auf DailyDeal konzentriert, besteht nicht die Gefahr, dass eure anderen Aktivitäten darunter leiden?
Heilemann: Reibungspunkte gibt es in erster Linie bei der Prioritätensetzung, weil auch unsere Tage nur 24 Stunden haben. Glücklicher Weise ist es uns im Venture-Geschäft mittlerweile gelungen, ein sechsköpfiges Team aufzubauen. Dank ihm läuft das Unternehmen auch, wenn wir nicht jeden Tag vor Ort sind, sowohl was den Dealflow anbelangt als auch das Controlling und den Support der bestehenden Beteiligungen. Bei unseren anderen beiden Projekten ist aktuell viel operative Arbeit gefragt. Der Rückkauf von DailyDeal war aber bereits direkt mit der Idee verbunden, das Agenturgeschäft aufzubauen, um mit neuen Ertragsquellen an den bestehenden Kundenstamm ansetzen zu können.

VC Magazin: Nach dem großen Hype um das Couponing-Modell ist in den letzten Monaten eine gewisse Ernüchterung eingekehrt. Was hat für euch den Ausschlag geben trotzdem nochmal auf diesem Feld aktiv zu werden?
Heilemann: Das Bashing, das nach dem Hype kam, lag mit Sicherheit daran, dass einige Player nicht nachhaltig gearbeitet haben, sondern stattdessen sehr aggressiv und um jeden Preis um Marktanteile gekämpft haben. Dabei ist viel Geld verschwendet und dem User keine gute Leistung erbracht worden. Das rächt sich irgendwann. In unserem Fall hat ein Bündel an Motiven dazu geführt, dass wir uns dazu entschieden haben, uns noch einmal zu engagieren: Trotz der stagnierenden Industrie im Couponing-Segment besteht das Problem das wir lösen weiterhin. Offline-Unternehmen haben es bislang nicht geschafft, online Kunden zu akquirieren. Couponing bietet ihnen nun erstmalig diese Möglichkeit in nennenswertem Umfang. Daher kann man mit Fug und Recht davon sprechen, dass das Geschäftsmodell nach wie vor eine Existenzberechtigung hat. Die große Frage ist, wie man es executet und in welcher Größe es betriebswirtschaftlich gesund umsetzbar ist. Auf diese Fragen finden wir derzeit die richtigen Antworten.