Riverside Bilanz: Erfolg und Misserfolg in 25 Jahren Private Equity

Panthermedia/nyul
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Seit 1988 hat Riverside über 310 Akquisitionen in Nordamerika, Europa und der Asien-Pazifik-Region abgeschlossen. Damit sind wir eine der weltweit führenden Private Equity-Gesellschaften im Bereich mittelständischer Unternehmen. Wir blicken auf 25 Jahre Erfahrung und insgesamt 82 Exits, bei denen wir einen Netto-IRR von 44% und das 2,7-Fache auf das eingesetzte Kapital realisiert haben. Bei Riverside analysieren wir alle Transaktionen, von den besten zu den schlechtesten, und lernen von ihnen. Unter Riversides 82 Exits waren sicher einige Deals, die wir lieber vergessen würden beziehungsweise nicht machen hätten sollen. Doch Private Equity ist und bleibt ein Risikokapitalgeschäft, und daran werden wir – ob wir wollen oder nicht – tagtäglich erinnert. Wir prüfen sorgfältig jede unserer Transaktionen, ob beim Einstieg oder beim Verkauf, herausgekommen sind dabei einige Lessons Learned. Hier die Top 3, beginnend mit der härtesten Lektion:

Vorsicht vor manipulierten Finanzen

Vor zehn Jahren wurde Riverside in den USA auf ein Unternehmen mit Potenzial aufmerksam: wachstumsstark, große Marktanteile, ein erfahrener CEO sowie innovative Produkte in einer wachsenden Industrie. Das Unternehmen wuchs so schnell, dass es dringend einen Investor suchte. Von Beginn an stimmte etwas nicht. Doch der Betrug war so durchdacht, dass Riverside diesen erst nach einem Jahr aufdeckte. Schon bei der Due Diligence waren die Finanzen manipuliert. Verwanzte Konferenzräume, am Betrug beteiligte Kunden und Lieferanten sowie gefälschte Dokumente waren Teil der großen Aufmachung. Sowohl Riverside als auch die beauftragten Wirtschaftsprüfer übersahen die Warnsignale, ein aufgeblasenes EBITDA und Umlaufvermögen verschleierten den Betrug.

Im Rückblick haben wir eine Menge Warnsignale ausmachen können. Das Unternehmen war in mehr als eine Rechtsstreitigkeit verwickelt und hatte einen fragwürdigen Verhaltenskodex. Die zweite Führungsebene war sehr unerfahren, wurde aber fürstlich entlohnt. Zudem wäre das Unternehmen in ernste Schwierigkeiten geraten, wäre die Transaktion nicht zustande gekommen. Leitende Angestellte und Kreditgeber wendeten sich immer mehr vom Unternehmen ab – anscheinend hatten sie Lunte gerochen. Vielleicht das aussagekräftigste Signal: Mitarbeiter hatten uns gegenüber einen Maulkorb verpasst bekommen.

  • Diese Transaktion festigte unsere Überzeugung, dass Werte zählen. Wir versuchen, nach höchsten ethischen Maßstäben zu handeln, und dasselbe erwarten wir von potenziellen Verkäufern. Wir haben seitdem nie wieder einen Betrug in einem solchen Umfang gesehen, aber dank einem stärker fundierten Ansatz auch viele verdächtige Angebote ausgeschlagen. Zudem erstellten wir aus den Erfahrungen dieser Transaktion einen Katalog mit „Betrugs-Checks“, welche seitdem während jeder Due Diligence Anwendung finden. Diese Sicherheitsvorkehrungen machen uns heute zu einem besseren Partner.