Risikofelder beim Erwerb von Carve-outs

PantherMedia / natika
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Der langfristige wirtschaftliche Erfolg von Carve-outs ist die gemeinsame Zielsetzung aller am Verkaufsprozess Beteiligten. Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es einer realistischen Einschätzung und Bewertung von vier zentralen Risiken. Die Risikoanalyse ist damit die Basis jeder erfolgreichen Carve-out-Akquisition.

Finanzrisiken: Ermittlung der Stand-alone-Fähigkeit des Carve-outs

Die Qualität der zur Verfügung stehenden Finanzinformationen hat bei Carve-outs einen erheblichen Einfluss auf die Ermittlung der zukünftigen Erfolgsaussichten der Unternehmensausgliederung. Nicht selten liegen sowohl aus dem internen als auch dem externen Rechnungswesen Finanzdaten vor, die weder vollständig noch aussagekräftig sind. Der Grund dafür ist nachvollziehbar: Eine eindeutige Bewertung und Abgrenzung einzelner Teilbereiche des herauszulösenden Geschäftsbereiches, z.B. Vertrieb, Personal oder Einkauf, gegenüber der restlichen Konzernstruktur ist schwierig und war bislang nicht notwendig. Potenzielle Käufer stehen in der Praxis damit vor zweierlei Herausforderungen. Zum einen müssen die vorliegenden Finanzinformationen auf ihre Qualität, Vollständigkeit und Validität geprüft werden, zum anderen müssen die Daten im Rahmen eines Businessplans richtig bewertet und interpretiert werden, um Auskunft über die zukünftige Stand Alone-Fähigkeit des ausgegliederten Unternehmens geben zu können. Langjährige Erfahrung im Umgang mit Konzern-Reportings sowie die realistische Ermittlung der entstehenden Umsetzungskosten der Ausgliederung sind notwendig, um diese Finanzrisiken abfedern zu können.

Strukturrisiken: Definition des Transaktionsobjektes

Carveout1Um strukturellen Risiken entgegenzuwirken, ist es zunächst erforderlich, das Transaktionsobjekt klar und eindeutig zu definieren. Die Bandbreite der dabei zu klärenden Fragestellungen reicht von der Zugehörigkeit einzelner Mitarbeiter über die Planung der Overhead-Funktionen, bis hin zum Umgang mit Marken- und Lizenzrechten. Für den potenziellen Käufer sollte der Fokus auf der ganzheitlichen Definition objektspezifischer Kernprozesse sowie der Ausgestaltung relevanter Leistungsbeziehungen liegen. Mangelhaftes operatives Know-how bei komplexen Carve-outs kann dem Investor hier schnell zum Verhängnis werden.