Sechs Fragen an Thomas Baur und Freya Looft, dtp young entertainment GmbH
Verena Wenzelis -Alles begann mit einem Computerspiel für Mädchen, genauer einer Reitsimulation. Das Medienunternehmen dtp entertainment AG (www.dtp-entertainment.com) war damit so erfolgreich, dass unter dem Namen dtp young entertainment (www.dtp-young.com) ein eigener Bereich für Kinder- und Familien-Software eingerichtet wurde. Thomas Baur und Freya Looft übernahmen das Management der Sparte, Baur löste 2007 das junge Unternehmen aus dem Konzern heraus. Zum Jahresende 2011 kam mit WGZ Initiativkapital ein Beteiligungsinvestor an Bord. Im Interview sprechen die beiden Geschäftsführer darüber, warum sie sich für Private Equity entschieden haben, und schildern die Erfahrungen, die sie in den vergangenen Jahren in einer Games-Nische gemacht haben.
Was kann man von einer Anlageklasse, die sich selbst mit einem englischen Begriff als „Venture Capital“ bezeichnet, anderes erwarten, als dass auch wesentliche bestimmende Begriffe dem Englischen entlehnt sind? Problematisch ist nur, dass das „Eindeutschen“ dieser Begriffe zu inhaltlichen Unschärfen und Missverständnissen führen kann. Dahinter verbergen sich aber keine „Folterwerkzeuge“ für Gründer, sondern es geht im Kern nur darum, dass Investoren das „Venture“ ihres Investments durch Eckpunkte bei ihrem Einstieg und Ausstieg zu sichern suchen (und sichern müssen), da sich aus beidem das für sie wesentliche „Return on Investment“, also ihre Rendite ableitet.
„Wir müssen noch mehr Verständnis für die Attraktivität von Private Equity schaffen“
Konrad Kirsch -Private Equity-Fondsmanagern bläst zur Zeit ein kalter Wind ins Gesicht: Einerseits sind die Einstiegschancen aufgrund der Finanzkrise aktuell hervorragend, andererseits halten sich gerade institutionelle Investoren im Moment mit Anlageentscheidungen zurück – zu groß ist die allgemeine Verunsicherung und die Furcht vor strengeren regulatorischen Auflagen. Der Schweizer Private Equity-Manager Akina steht gerade im Fundraising für den Dachfonds Euro Choice V und wird voraussichtlich im März ein First Closing bei ansehnlichen 250 Mio. EUR verkünden können. Im Interview gibt Senior Partner Thomas Frei eine Einschätzung der aktuellen Marktlage in der Schweiz.
In den letzten Jahren hat sich die Tech-Finanzierungslandschaft dramatisch verändert: Zum einen ist es mittlerweile en vogue, Technologie-Unternehmer zu sein, zum anderen gibt es scheinbar unendlich viele Finanzierungsquellen, um diesen neuen Enthusiasmus zu fördern. Mit der Tech-Hauptstadt Berlin gibt es nun auch einen internationalen Mittelpunkt der europäischen Szene, wo alles möglich zu sein scheint. Das ist an sich eine wünschenswerte Entwicklung. Im Zuge dieser Entwicklung ist mir ein Trend aufgefallen: Gründer fixieren sich mit fast schon religiösem Eifer nur auf die Pre-Money Valuation und benachteiligen sich somit zu oft langfristig selbst.
In diesem und den kommenden drei Jahren müssen sich rund 600 mittelständische Unternehmen um Anschlussfinanzierungen auslaufender Standard-Mezzanine-Programme kümmern. Gefragt sind neue Lösungen, denn der Markt für die in den Jahren 2004 bis 2007 aufgelegten Programme ist zum Erliegen gekommen.
