Interview mit Crispin Leick, Geschäftsführer, Innogy Venture Capital

Panthermedia/Mauro Manfredini
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VC Magazin: RWE Innogy investiert mit Innogy Venture Capital über eine eigene Venture Capital-Gesellschaft in junge Unternehmen und ist gleichzeitig Investor beim High-Tech Gründerfonds. Was steckt hinter dieser doppelten Strategie?
Leick: Mit dem HTGF haben wir schon lange zusammengearbeitet, bevor RWE Innogy sich auch als Fondsinvestor engagiert hat, beispielsweise bei unserer gemeinsamen Beteiligung Heliatek. Wir haben die Arbeit des HTGF auf diese Weise sozusagen live miterlebt und fanden sie sehr positiv. Als der HTGF II an den Start ging, ist RWE dann eingestiegen. Die Investments des Fonds ergänzen unsere Strategie bei Innogy Venture Capital: Der HTGF investiert bereits in einer sehr frühen Unternehmensphase. Wir engagieren uns erst später, wenn erste Erfolge, z.B. der Prototyp oder erste Kunden, vorzuweisen sind. Wir können also als Folge-Investoren agieren. Die Investitionsstrategien passen also sehr gut zusammen.

VC Magazin: Welche Vorteile hat das Engagement beim High-Tech Gründerfonds für RWE?
Leick: Der HTGF nimmt mit der Förderung von Start-ups eine sehr wichtige gesellschaftliche Funktion ein. Er macht Jungunternehmen fit für den Einstieg institutioneller privater Investoren – diese Leistung wollen wir unterstützen. Positiv für uns ist natürlich, dass wir der einzige Versorger im Investorenkreis sind und hier die Möglichkeit haben, uns über Erfolg versprechende neue Geschäftsmodelle und Technologien mit den anderen Corporate-Investoren aus verschiedenen Branchen auszutauschen. Die Struktur des HTGF ist sehr gut aufgesetzt, beispielsweise bearbeiten wir im Investment Committee zusammen mit anderen Konzernen Fokusthemen, die für RWE interessant sind. Das bedeutet immer wieder neuen Input aus unterschiedlichen Blickrichtungen.

VC Magazin: Ergibt sich aus der Zusammenarbeit auch Dealflow für Innogy Venture Capital?
Leick: Ja, wir stehen mit dem Investmentteam des HTGF immer wieder in Kontakt und generieren aus diesem Austausch auch Dealflow. Natürlich haben wir uns auch schon Investmentopportunitäten angesehen, bei denen wir uns am Ende dagegen entschieden haben. Insgesamt ist der Dealflow, der vom HTGF kommt, hochwertig, denn die Kollegen wissen genau, welche Cases uns interessieren, und sprechen uns sehr gezielt an.