
Spin-offs ermöglichen die Entwicklung von Innovationen und den Transfer von Forschungsergebnissen in die Wirtschaft. Experten fordern daher eine höhere Zahl an Ausgründungen. Doch der Weg zum eigenen Unternehmen ist schwer, ebenso der Schritt aus der Wissenschaft in die raue Welt des freien Marktes.

Der Mehrheitsgesellschafter Holtzbrinck Digital (www.holtzbrinck-digital.com) sowie Rocket Internet (www.rocket-internet.de) veräußern ihre Anteile an der Preisvergleichsplattform Toptarif (www.toptarif.de). Käufer ist der Konkurrent Verivox (www.verivox.de). Die Höhe des Veräußerungsbetrags wurde nicht veröffentlicht.

Beteiligungsverträge sind mitunter komplexe Produkte und unverzichtbare Grundlage einer erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Investor und Unternehmen. Dabei ist es mit einfachen Angaben zu Investitionssummen oder Exit-Regelungen nicht getan. Gerade unerfahrene Gründer stehen dabei oftmals vor völlig neuen Herausforderungen. Eine gute Vorbereitung ist für junge Unternehmen unabdingbar.

Dass es deutsche Jungunternehmen schwer haben, Wagniskapital einzuwerben, ist nicht neu. Auch das Bekenntnis der Bundesregierung, sich für einen attraktiven Venture Capital-Standort Deutschland einzusetzen, ist bereits über ein halbes Jahr alt. Eine durchaus neue Entwicklung ist, dass sich im Zuge der „Allianz für Venture Capital“ auf den ersten Blick branchenfremde Verbände und Organisationen wie der Bundesverband der Deutschen Industrie, die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie oder der Händlerbund für bessere Rahmenbedingungen für Wagniskapital in Deutschland stark machen. Und auch ehemalige Spitzenmanager wie der frühere Siemens-Vorstandsvorsitzende Heinrich von Pierer setzen sich öffentlich für eine bessere Versorgung von Start-ups mit Venture Capital ein.

Die Internet-Beteiligungsholding Holtzbrinck Digital (www.holtzbrinck-digital.com) übernimmt die Mehrheit an der Berliner Global Leads Group GmbH (GLG, www.globalleadsgroup.com), einem Betreiber von Shopping Verticals. Hintergrund ist Holtzbrincks Ausbau des strategischen Geschäftsfelds Digital Publishing.

Die Finanzierung eines Start-ups ist in Deutschland kein einfaches Unterfangen. Spätestens wenn das Volumen im Bereich von über 5–6 Mio. EUR liegt, winkt ein Großteil der deutschen Venture Capital-Gesellschaften ab. Und so verwundert es kaum, dass Jungunternehmen wie HelloFresh, Brandwatch oder Outfittery, die Finanzierungsrunden im zweistelligen Millionenbereich eingesammelt haben, eine Vielzahl ausländischer Investoren an Bord haben. Bereits mehrfach erfolgreich im Ausland Kapital eingeworben hat das Hamburger Fintech-Unternehmen Kreditech (www.kreditech.com), das erst kürzlich eine Wachstumsfinanzierung über 40 Mio. USD vermeldete.
Der von der Holdinggesellschaft BC Brandenburg Capital (www.bc-capital.de) gemanagte Fonds BC Venture trennt sich nach acht Jahren Beteiligung im Rahmen eines Trade Sales von der GFMesstechnik GmbH (GFM, www.gfm3d.com). Der Käufer ist die deutsche Tochter der niederländischen LMI Technologies Inc. (www.lmi3d.com). Die Höhe des Veräußerungsbetrags wurde nicht veröffentlicht.
Die Hannover Finanz GmbH (www.hannoverfinanz.de) erwirbt 100% des österreichischen Dienstleisters für Forderungsmanagement IS Inkasso Service GmbH (www.inkasso.at) und der zugehörigen deutschen IS Forderungsmanagement GmbH.

Titelthema:
Klare Aufgabenverteilung - Beteiligungsverträge geben Gründern und Investoren die Schlagzahl vor
|[/caption]Titelthema:
Investieren in Infrastruktur
Für seine E-Commerce-Plattformen hat die Münchener ePetWorld GmbH einen siebenstelligen Betrag eingesammelt. Das frische Kapital kommt von Heliad Equity Partners, German Media Pool (GMPVC, www.germanmediapool.com) sowie den Bestandsinvestoren, u.a. Point Nine Capital (www.pointninecap.com), Mountain Super Angel (www.super-angel.ch) und Blumberg Capital (www.blumbergcapital.com). GMPVC beteiligt sich im Rahmen eines Media for Equity-Deals, wodurch die Plattformen künftig über Medienkampagnen eine höhere Reichweite erlangen sollen.

Die Wirtschaftsminister von Bund und Ländern haben sich jüngst mit ambitionierten Zielvorgaben dem Venture Capital-Markt in Deutschland gewidmet. Sie haben der Bundesregierung einen klaren Auftrag aufgegeben: die Rahmenbedingungen für Business Angels und Wagniskapitalgeber müssen weiter verbessert werden.

Auch wenn viele deutsche Mittelständler noch immer Vorbehalte gegenüber Beteiligungsgesellschaften hegen, hat sich die generelle Akzeptanz von Private Equity deutlich verbessert. Unternehmer insbesondere der jüngeren Generation gehen heute sehr pragmatisch mit dem Thema Beteiligungsfinanzierung um und erkennen auch die Mehrwerte, die Finanzinvestoren neben der reinen Kapitalspritze mitbringen.

Seit Beginn der 90er-Jahre erfassen die EVCA (www.evca.eu) und der BVK (www.bvkap.de) regelmäßig das Investitionsvolumen deutscher Private Equity-Investoren. Diese Industriestatistik bezieht sich auf die Aktivitäten von Private Equity-Gesellschaften mit Sitz in Deutschland. In den ersten 15 Jahren nach 1989 zeigen sich drei wichtige Entwicklungen.

