Helmut Schönenberger, Geschäftsführer der UnternehmerTUM (3. v.l.) auf dem Podium des Forum UnternehmerTUM.[/caption]Börsengänge sind ein wichtiger Weg, um frisches Kapital aufzunehmen und für den gesamten Finanzierungskreislauf von Start-ups von enormer Bedeutung. Die Frage „Start-ups an der Börse – wie gelingt der IPO“ dominierte auch das diesjährige Forum UnternehmerTUM. Rund 650 Gäste – ein bunter Mix aus Gründern, Investoren und Konzernlenkern – kamen hierzu Ende März in die BMW Welt. Sie durften neben hochkarätigen Netzwerkkontakten auch zahlreiche Argument pro und contra Börsengang mit nach Hause nehmen.

Fintech ist derzeit zu einem der spannendsten Subsegmente im Technologiemarkt avanciert. Seit der letzten Finanzkrise ist klar, klassisches „Bricks and Motar Banking“ und riesige Monokulturen im Banken- und Versicherungswesen haben keine ewige Halbwertszeit mehr. Damit ist dieser riesige Industriezweig, an dessen Oberfläche das Internet bis dato nur gekratzt hat, in das Visier der Technologie- und Internetbranche gerückt. Das Ganze läuft wie immer in Wellen ab, die in allen Ups und Downs der Makrophasen nur eine Richtung kennen: Am Ende als Tsunami die Küste erreichen und alles Dagewesene plattwalzen. Die Industrie (aus der alten Welt) ist also gut beraten, sich warm anzuziehen und den Trend sehr ernst zu nehmen, denn dieser ist sehr disruptiv angelegt.

Mit dem aktuellen Entwurf des Kleinanlegerschutzgesetzes (Stand 10.11.2014) hat der Gesetzgeber die gesamte deutsche Crowdinvesting-Branche aufgescheucht. Der Gesetzesentwurf sieht im Wesentlichen Änderungen des Vermögensanlagegesetzes (VermAnlG – alle §§ ohne weitere Angabe sind solche des VermAnlG), des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) sowie der Gewerbeordnung (GewO) vor.

Das Crowdinvesting ist eine noch junge Finanzierungsform, hat sich aber inzwischen in der Gründerszene schon ganz gut etabliert. Zunehmend ziehen nicht nur Start-ups, sondern auch Unternehmen in späteren Entwicklungsphasen diese Finanzierung in Betracht –doch die geplante Regulierung könnte zum Hemmschuh werden.

Die Finanzierung von Unternehmen über die Crowd wurde von der Mehrheit der klassischen Venture Capital-Geber zu Beginn äußert kritisch betrachtet. Als eines der deutlichsten Beispiele für diese Skepsis gilt die Finanzierungsrunde von Smarchive durch T-Venture Ende 2012. Das Münchner Start-up, das heute unter Gini firmiert, musste im Vorfeld des Deals die Verträge mit seinen 143 Crowd-Investoren rückabwickeln. Heute hat sich bei vielen Venture Capital-Gesellschaften die Einstellung gegenüber Schwarmfinanzierungen gewandelt.
Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG; www.deutsche-beteiligung.de) investiert zusammen mit dem DBAG Fund VI in die Cleanpart-Gruppe und übernimmt diese mehrheitlich. Auch der bisherige geschäftsführende Gesellschafter und das Management beteiligen sich im Zuge des Management Buyouts (MBO).
Das Online-Portal Book a Tiger (www.bookatiger.com) hat sich in einer Erweiterung der ersten Finanzierungsrunde einen Millionenbetrag an frischem Kapital gesichert. Mit Tamedia (tamediadigital.ch) steigt ein neuer Investor in den digitalen Vermittlungsdienst für Reinigungskräfte ein, der gleichzeitig die Finanzierungsrunde anführt. Die ursprünglichen Investoren Target Ventures (targetventures.ru/en) und Avala Capital (avalacapital.com) beteiligen sich ebenfalls an der erweiterten Runde.
Gut ein Jahr nach der letzten Finanzierungsrunde hat sich der Wiener Diabetes-Spezialist mySugr (mysugr.com) GmbH eine erneute Finanzierungssumme sichern können. Gemeinsam tragen Altinvestor XL Health (xlhealth.de) sowie als Neuinvestoren Roche Ventures (www.roche.com/venturefund.htm) und iSeed Ventures (www.iseedvc.com) 4,2 Mio. zur aktuellen Investmentrunde bei. Vorausgegangen war die Weiterentwicklung des Produktportfolios, das mithilfe von Mobile Apps zur Vereinfachung des Alltags und der Therapie von Diabetikern beitragen soll.

Keine andere Serie bricht derzeit so viele Rekorde wie „Game of Thrones“, die preisgekrönte Produktion des amerikanischen Senders HBO. Neben der Geschichte um Macht und Intrigen sind es auch die visuellen Effekte, die alleine in den USA von Folge zu Folge viele Millionen Zuschauer vor die Fernseher locken. Was aber haben die wilden Schlachten des Fantasy-Epos mit einem Auto-Konfigurator auf der Homepage von Mercedes-Benz zu tun?

Insbesondere bei den US Private Equity-Gesellschaften ist in letzter Zeit zu beobachten, dass die klassische Fokussierung zugunsten eines breiteren Anlagespektrums aufgegeben wird. Diese Entwicklung scheint nun auch bei den Intermediären Einzug zu halten: So haben beispielsweise erst kürzlich die renommierten M&A-Boutiquen Acxit Capital Management (Acxit) und Corporate Finance Partners (CFP) ihre Fusion bekannt gegeben. Rund 60 Corporate Finance Professionals werden künftig unter der Firmierung ACXIT Capital Partners (www.acxit.com) ihre Geschäftsmodelle bündeln und sich verstärkt dem Thema größerer Cross-Border-Transaktionen und -Beratung widmen.

Die Medien waren sich einig: Draghis massives Aufkaufprogramm für Anleihen ist schädlich für den Euro. Die verschriebene Gelddrucktherapie ergebe lediglich eine Linderung der Symptome und könne den Krankheitsverlauf allenfalls verzögern. Erschwerend kam noch die überraschende Abkehr der Schweizer Nationalbank vom Mindestkurs des Franken zum Euro hinzu. Die scheinbar fatale Konsequenz lässt sich an der Entwicklung der Währungsrelation ablesen. Noch im Mai 2014 kostete der Euro knapp 1,40 USD. Am 26. Januar stürzte der Wert auf gerade noch 1,10 USD, was einem Verlust von über 20% entspricht. Ein Scherbenhaufen, klagten viele. Doch ist die Lage tatsächlich so schlimm?
Der US-Medizintechnik- und Pharmakonzern Baxter (www.baxter.de) erwirbt für einen Kaufpreis von rund 200 Mio. EUR SuppreMol (www.suppremol.com). Mehrere der von der Venture Capital-Gesellschaft MIG AG (www.mig.ag) verwalteten Fonds waren mit insgesamt rund 30% an dem Biopharmazie-Start-up beteiligt.

Die Deutschen kehren ihren Hausbanken den Rücken. Seit Beginn der Banken- und Wirtschaftskrise 2008/2009 ist das Vertrauen in die herkömmlichen Institute dramatisch gesunken. Profiteure sind die Fintechs, die technologisch orientierten Anbieter von Finanzdienstleistungen. Wer investiert in die Finanz-Start-ups? Wie wird sich das Venture Capital-Volumen in diesem Segment, das laut Techfluence Consult im vergangenen Jahr 175 Mio. EUR betragen hat, 2015 entwickeln?
Nach eine Fundraisingphase von fünf Monaten meldet die österreichische Venture Capital-Gesellschaft Speedinvest (speedinvest.com) das First Closing ihres zweiten Fonds bei 58 Mio. EUR. Der Frühphasenfonds soll künftig in Start-ups mit digitalen Geschäftsmodellen vorwiegend in Zentral- und Osteuropa investieren. Das Closing steht noch unter Genehmigungsvorbehalt der zuständigen Behörde.
Nachdem Ende November die Deutsche Börse der Idee eines Neuen Marktes 2.0 eine Absage erteilte, wendet sich jetzt ein Biotech-Unternehmen mit einer Petition direkt an den Bundestag. Genekam Biotechnology (www.genekam.de) fordert darin, dass die Bundesregierung die Wiedereinführung eines Kapitalmarktsegments für junge Hightech-Unternehmen selbst in die Hand nehmen soll.

